Wimbledon-Wetten in 2026: Was Quoten, Steuer und Limits wirklich kosten
Unter dieser Zeile steht, worauf sich alles Weitere bezieht: die Zahlen dieses Vergleichs sind auf dem Stand vom 30. Oktober 2026, die Erlaubnisangaben der Anbieter gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder geprüft.

Die Wimbledon Championships 2026 liegen hinter uns. Vom 29. Juni bis 12. Juli 2026 wurde in London auf Rasen gespielt, es war die 139. Austragung, und am Ende standen zwei Namen, die niemand mehr wegdiskutieren kann: Jannik Sinner wiederholte im Herreneinzel seinen Vorjahressieg, Linda Nosková holte das Dameneinzel. Wer damals Geld auf ein Finale gesetzt hat, weiß inzwischen, ob er richtig lag. Wer heute nach Wetten auf Wimbledon sucht, sucht eigentlich nach etwas anderem: nach dem nächsten Mal — und danach, wo er das zu welchem Preis tun darf.
Genau dieser Preis ist das Thema. Nicht die Frage, wer 2027 den Pokal hebt, denn das weiß niemand. Sondern die Frage, was von einem Einsatz übrig bleibt, wenn Anbieter, Steuer und Marktmechanik ihre Anteile genommen haben. Quoten sehen aus wie Angebote. Sie sind Preise, und Preise haben eine Struktur. Diesen Text haben wir so gebaut, dass die Struktur vor den Namen kommt.
Ein Hinweis vorweg, der nicht dem Selbstschutz dient, sondern der Rechnung: Wimbledon ist ein Turnier, das in diesem Text nur als Beispiel für Preise dient. Es gibt kein Datum im Kalender, an dem man die Auszahlung einer Wette kennt, bevor das Match gespielt ist.
Überblick: Was Wetten auf den Rasenklassiker in Deutschland bedeuten
Wer zum ersten Mal auf ein Grand-Slam-Turnier setzen will, unterschätzt meistens nicht die Spieler, sondern den Rahmen. Die Regeln, die in Deutschland für Sportwetten gelten, sind keine Randnotiz zum Angebot. Sie sind die Form, in der das Angebot überhaupt existiert. Wer sie nicht kennt, hält eine Einschränkung für Willkür eines Anbieters, die in Wahrheit eine Vorgabe des Gesetzgebers ist.

Der Spielplan gibt den Takt vor
Die Wimbledon Championships finden im Londoner Stadtteil Wimbledon statt, veranstaltet vom All England Lawn Tennis and Croquet Club. Es ist das einzige Grand-Slam-Turnier auf Rasen — eine Oberfläche, die den Ball flacher und schneller macht als Sand oder Hartplatz, was den Aufschlag aufwertet und die Grundlinien-Duelle verkürzt. Das Turnier ist das dritte der vier Grand Slams eines Jahres und dauert jährlich zwei Wochen ab Ende Juni.
Formatfragen sind dabei nicht Nebensache für Wettende, weil sie Märkte verändern. Die Herren spielen über drei Gewinnsätze, die Damen über zwei. Bei 6:6 gibt es einen Tiebreak bis 7; im Entscheidungssatz wird seit März 2022 ein Match-Tiebreak bis 10 mit zwei Punkten Vorsprung gespielt. Turnierdirektor ist seit 2020 Jamie Baker. Wer einen Satzmarkt bucht, sollte wissen, dass der fünfte Satz eines Herrenmatches kein gewöhnlicher Satz mehr ist, sondern ein Kurzspiel — und was das für die Verteilung der Punkte in diesem Satz bedeutet.
Der Rahmen ist in dieser Saison neu besetzt. Das Gesamtpreisgeld der Wimbledon Championships 2026 betrug 64,2 Millionen £, ein Anstieg um 20 % gegenüber dem Vorjahr; die Einzelsieger erhielten jeweils 3.600.000 £. Solche Summen verändern, wie ein Turnier wahrgenommen wird, aber sie verändern nicht die Quote auf ein Erstrundenmatch. Zwischen der Preisgeldhöhe und dem Preis einer Wette liegt kein Zusammenhang — auch wenn Marketingabteilungen ihn gern andeuten.
Was die Zahlen aus der abgelaufenen Auflage für den nächsten Suchbegriff bedeuten
Sinner hat seinen Vorjahressieg wiederholt. Wer daraus eine Regel ableitet — „Titelverteidiger gewinnen wieder“ —, baut auf sehr wenigen Beobachtungen. Das ist die erste Kostenfalle für Leser von Prognosen: Sie nehmen eine Handvoll Ergebnisse als Muster und bezahlen dafür mit einer Quote, die schon eingepreist hat, was sie glauben entdeckt zu haben.
Der zweite Punkt ist unangenehmer. Wimbledon ist jährlich, die nächste Auflage folgt 2027, und der Kalender ist noch nicht veröffentlicht. Wer sich heute auf Daten einschießt, arbeitet mit einem Vakuum. Das ist keine Panne der Veranstalter, sondern die normale Betriebsordnung eines Turniers, das elf Monate im Jahr nicht gespielt wird.
Eine Wette ist ein Kauf, kein Tippschein
Wenn man Sportwetten nüchtern liest, ist eine Wette ein Kauf zu einem ausgehandelten Preis. Der Preis heißt Quote, und der Verkäufer ist der Veranstalter von Sportwetten. Zwischen zwei Seiten — der Spieler, der eine Einschätzung hat, und der Anbieter, der eine Einschätzung hat und dazu das Buch führt — entsteht eine Zahl, die beide akzeptiert haben. Dieses Buch trägt Kosten. Die Marge ist der Anteil, den der Anbieter beim Ausgleich der Einsätze einbehält, und sie ist in jeder Quote enthalten, auch wenn sie auf dem Wettschein nie aufscheint.
Deutschland hat außerdem eine Steuer auf den Einsatz. Die Sportwettensteuer nach §§ 16–25 RennwLottG beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, die der Gesetzgeber als „Einsatz, der die Steuer selbst nicht enthält“ beschreibt. Auf den Betrag, der tatsächlich eingezahlt wird, gerechnet, ergibt das rund 5,03 %. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Spielenden. Ob und wie er sie weitergibt, entscheidet jeder Anbieter selbst — lesen lässt sich das ausschließlich in dessen eigenen Bedingungen.
Zwischen Marge und Steuer liegt die ganze Spannbreite dessen, was dieser Text unter Kosten versteht. Wer das überspringt und direkt bei den Anbieternamen einsteigt, hat den teuren Teil hinter sich gelassen und glaubt, er komme noch.
Rechtslage: Der Whitelist-Test und die Grenzen des Wettprogramms
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale) ist die Aufsicht nach dem GlüStV 2021, das seit dem 1. Juli 2021 in Kraft ist. Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis, Sportwetten im Internet zu veranstalten und zu vermitteln, sie überwacht und sie verhängt Bußgelder. Die Steuer liegt beim Finanzamt, nicht bei der Behörde.

Die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist der einzige Prüfstein dafür, ob ein Anbieter erlaubt ist. Der Stand vom 2. Oktober 2026 umfasst 30 Einträge: 27 Halter mit Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, sowie drei Halter ausschließlich für Pferdewetten. Alle gelisteten Domains sind .de-Domains — eine .de-Domain allein beweist allerdings nichts. Wer prüfen will, ob er bei einem erlaubten Anbieter spielt, sieht auf der Liste nach und nicht auf dem Impressum der Seite. Eine Erst-Erlaubnis läuft fünf Jahre; die Whitelist nennt nur Erteilungsdaten, kein Enddatum. Und nur die unter der Sporterlaubnis gelistete Domain nimmt Sportwetten an — Slots-, Poker- oder Casino-Erlaubnisse eines Halters sind andere Genehmigungen mit anderen Regeln.
Was gesetzt werden darf — und was nicht
Fixquotenwetten sind erlaubt auf den Ausgang eines Ereignisses, eines Abschnitts daraus und auf Vorfälle innerhalb eines Ereignisses, als Einzel- oder Kombiwette. Zulässig sind außerdem nur die Wetten des von der GGL genehmigten Sportwettprogramms. Das erklärt, warum ein Wettmenü an manchen Stellen endet, ohne dass der Anbieter es begründen müsste.
Livewetten während eines laufenden Ereignisses sind auf das Endergebnis oder auf den nächsten Treffer, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten beschränkt, in denen solche Ereignisse selten sind. Für Tennis heißt das konkret: der nächste Satz ist erlaubt, der nächste Punkt nicht. Bei Fußball ist der nächste Treffer erlaubt, der nächste Korb im Basketball nicht. Wer auf ein Live-Wettmenü mit Punkt-für-Punkt-Märkten stößt, sollte sich fragen, wessen Programm er gerade ansieht.
Ausgeschlossen sind Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind — in der Praxis der Behörde zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich. Manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung sind ebenfalls gesperrt; Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig.
Esports fällt aus einem anderen Grund weg: Die GGL erklärt, dass Wetten auf Esports nicht möglich sind, weil Esports nicht als Sport anerkannt ist. In Deutschland existiert kein erlaubtes Esportswetten. Zu virtuellen Sportarten ist keine Regelung getroffen — dazu lässt sich hier nichts Belastbares sagen.
Cash Out ist ein Sonderfall, den man sauber trennen muss: Für dieses Feature wurde keine gesetzliche oder behördliche Regelung gefunden. Es ist damit ausschließlich eine Funktion des jeweiligen Anbieters, mit dessen eigenen Bedingungen. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Ein gesetzliches Höchstlimit pro einzelner Wette gibt es im Sportwettenbereich nicht.
Angebote ohne Erlaubnis: was daran wirklich teuer ist
Sportwetten für Personen in Deutschland ohne deutsche Erlaubnis anzubieten, ist unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat dafür keine Bedeutung. Die GGL warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten; am 17. September 2026 nannte sie in diesem Zusammenhang namentlich Anbieter wie Platincasino.
Strafrechtlich steht das Veranstalten nach § 284 StGB bei bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, die Werbung bei bis zu einem Jahr, die Teilnahme nach § 285 StGB bei bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verfolgungen einzelner Spielender sind nicht belegt — das ist weder Freibrief noch Drohkulisse, sondern der Stand. Aufsichtsrechtlich gibt es Untersagungsverfügungen, Zahlungs- und Netzwerksperren.
Zivilrechtlich ist die Frage in Bewegung. Der Bundesgerichtshof hat dem EuGH am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou hielt es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ein Urteil ist das nicht. Wer heute auf einen Offshore-Anbieter setzt und auf Rückzahlung hofft, hofft auf einen Ausgang, den niemand zusagen kann.
Nüchtern zusammengefasst: Offshore bedeutet keine Erlaubnis, keine Anbindung an die Spielersperrsysteme und keinen deutschen Rechtsweg — dafür möglicherweise höhere Limits. Whitelist bedeutet Rechtssicherheit und Spielerschutz, im Gegenzug aber das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat als Regelfall, ein eingeschränktes Live-Angebot, vollständige Verifizierung und Zahlungen nur vom eigenen Konto. Das ist der Tausch, und beide Seiten des Tauschs kosten etwas.
Spielerschutz: Wo die Schutzregeln das Setzen begrenzen
Der Schutzapparat in Deutschland ist kein Anhang an das Wettangebot, sondern eine Reihe harter Grenzen, die mitten in der Turnierzeit greifen. Zwei Wochen Wimbledon bedeuten viele parallel laufende Partien; ein Abend mit fünf Live-Spielen verleitet zu mehr Einsätzen als ein einzelnes Bundesligaspiel. Die folgenden Regeln gelten trotzdem, jede einzelne.
Alter, Konto und die 72 Stunden vor der Verifizierung
Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt. Pro Anbieter ist ein Konto vorgesehen, mit vollständiger Verifizierung. Vor dieser Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel ermöglichen — mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Wer in dieser Phase gewinnt, sieht sein Geld also nicht sofort, und das ist kein Misstrauen des Anbieters, sondern die Vorgabe.
Das Einzahlungslimit und die Datei dahinter
Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 GlüStV beträgt standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. Es ist damit ein Monatsbudget für Sportwetten insgesamt, nicht pro Buchmacher. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für eine einzelne Person ein höheres Limit setzen — bis 10.000 €, und zwischen 10.000 € und 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spielenden — aber nur auf nachweisbaren Beleg der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Eine Absenkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen.
Diese sieben Tage sind im Turnierkontext eine Sperre gegen den Impuls. Wer am ersten Montag merkt, dass er mehr setzen will, kommt am ersten Montag nicht weiter.
Parallelspiel ist nach § 6h GlüStV untersagt; die Aktivitätsdatei sorgt dafür, dass ein laufendes Spiel bei einem Anbieter ein zweites paralleles Spiel ausschließt.
OASIS, Panikbutton und die Grenzen des Systems
OASIS nach §§ 8, 8a GlüStV ist das bundesweite Sperrsystem, das bei der Registrierung und bei jedem Login abgeglichen wird. Wer sich selbst sperrt und dabei einen Zeitraum nennt, ist mindestens drei Monate gesperrt; ohne Angabe mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige 24-stündige Sperre aus.
Angebote ohne deutsche Erlaubnis hängen an keinem dieser Systeme. Das ist der praktische Kern des Unterschieds: Nicht der Anbieter entscheidet über den Schutz, sondern die Infrastruktur, an der er hängt.
Geld, Steuer und der Weg zurück
Zahlungen sind nach § 6b Abs. 4 GlüStV nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut möglich. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht zugelassen — genau dieser Mechanismus hält Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Sportwetten heraus. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist dessen eigene Sache und steht in dessen Bedingungen.
Die Spielergelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt. Wer sein Konto nach dem Turnier schließt, wartet also nicht auf eine Kulanzentscheidung, sondern auf eine Frist.
Zur Sportwettensteuer ist an dieser Stelle nur eines wichtig: Sie fällt auch bei unerlaubten Anbietern an. Eine gezahlte Steuer ist kein Nachweis einer Erlaubnis. Zur Behandlung von Gewinnen privater Spielender ist auf primärer Ebene nichts festgestellt; hier hilft nur der Weg zur Steuerberatung, und das ist kein Ausweichen, sondern der belastbare Stand.
Prognosen und Strategie: Was Statistiken leisten und was sie kosten
Wer nach Tipps zu Wimbledon sucht, sucht meistens eine Sicherheit, die es nicht gibt. Prognosen stützen sich auf Statistiken zu Belag, Aufschlag und Form. Tennis kennt aber viele Überraschungen. Daraus folgt nicht, dass Prognosen wertlos wären, sondern dass jede Vorhersage eine Einschätzung ist — und eine Einschätzung ist etwas anderes als eine Zusage.
Warum die Rasenoberfläche die Formdaten verschiebt
Rasen ist die schnellste der drei Oberflächen im Grand-Slam-Kalender und die einzige, die so gespielt wird. Ein Aufschläger gewinnt auf Rasen mehr freie Punkte; ein Grundlinienspieler braucht mehr Schläge, um einen Punkt zu beenden. Für die Auswertung von Formkurven heißt das: Sandplatzergebnisse tragen auf Rasen weniger Information als ihre Anzahl vermuten lässt. Wer eine Statistik aus der Sandplatzsaison mit der Rasensaison in einen Topf wirft, mischt zwei verschiedene Sportarten.
Die zweite Verschiebung ist struktureller Art. Weil Herren über drei Gewinnsätze spielen und der Entscheidungssatz seit 2022 ein Match-Tiebreak bis 10 ist, entscheidet am Ende mitunter ein einziges Kurzspiel. Über die Klasse zweier Spieler sagt ein solches Ende wenig. Über die Ergebnisverteilung sagt es sehr viel: Die Varianz im fünften Satz ist größer als in den Sätzen davor, was Außenseiterquoten in Satz- und Handicapmärkten nach oben treibt.
Form, Aufschlag, Belag — die drei Größen und ihre Grenzen
Form ist die weichste der drei Größen. Sie beschreibt eine kurze Reihe von Ergebnissen, oft unter anderen Bedingungen als den aktuellen. Aufschlag ist die härteste: Er lässt sich in Aufschlagpunkten, Aufschlagspielen und abgewehrten Breakbällen messen und überträgt sich zwischen Oberflächen besser als Grundlinienspiel. Belag ist die Rahmenbedingung, die beides verändert, aber sie ist im Voraus bekannt und deshalb in jeder Quote bereits verrechnet.
Genau daraus entsteht die Kostenfalle: Alles, was im Voraus bekannt ist, ist im Preis. Ein Leser von Tipps, der einen Sachverhalt entdeckt, den der Markt längst kennt — „der Aufschläger gewinnt auf Rasen mehr Freipunkte“ —, kauft keine Information, sondern zahlt für eine Selbstverständlichkeit. Was den Preis bewegen kann, ist selten die Statistik und häufiger die Situation: ein angeschlagener Spieler, ein nasser Platz, ein Abbruch, der Partien in den nächsten Tag schiebt.
Was aus einer Einschätzung tatsächlich folgt
Aus all dem folgt für die Praxis, dass eine Wette immer eine Wette auf die eigene Einschätzung der Unsicherheit ist. Wer eine Einschätzung für sicher hält, überschätzt sie. Die einzige Größe, die sich kontrollieren lässt, ist der Einsatz — nicht das Ergebnis, nicht die Form, nicht der Platz.
Auf dieser Seite steht keine Aussage darüber, wer 2027 gewinnt, und das ist kein Mangel an Mut, sondern der einzige Stand, der der Sache entspricht. Die Einschätzung des Marktes steckt bereits in der Quote. Wer meint, eine bessere zu haben, setzt gegen diese Einschätzung. Manche tun das gut. Aber es ist eine Wette gegen einen Preis, den Fachleute gestellt haben, und nicht gegen das Schicksal.
Wettarten und Quoten: Wie aus einer Quote ein Preis wird
An dieser Stelle wird der Text rechnerisch, und das ist der Punkt, an dem sich die Kosten am deutlichsten zeigen. Eine Quote ist keine Belohnung und keine Prophezeiung. Sie ist eine Zahl, aus der man zusammen mit dem Einsatz den Rückfluss einer gewonnenen Wette ausrechnen kann — und aus der die Gesamtheit aller Quoten eines Marktes ausrechnet, was der Markt einbehält.
Von Turniersieger bis Satzwette
Das Wettangebot reicht von Turniersieger und Spielausgang bis zu Satzwetten und Handicap. Die Bandbreite ist beachtlich, und sie ist für Wettende keine Sortierfrage, sondern eine Preisfrage. Ein Turniersiegermarkt läuft zwei Wochen; ein Satzmarkt endet in einer Stunde. Dazwischen steckt ein Unterschied in der Zuverlässigkeit aller Informationen, die in den Preis eingehen. Bei einem Turniersiegermarkt ist am ersten Tag noch unbekannt, wie das Tableau sich öffnet. Bei einem Satzmarkt ist das Aufschlagspiel des Favoriten bereits beobachtet worden.
Ein Handicap- oder Satzmarkt ist also nicht die exotischere Variante eines Spielausgangs, sondern ein anderer Umgang mit Unsicherheit. Wer wissen will, wie hoch der Preis ist, den er für diese andere Unsicherheit zahlt, muss die Quoten mehrerer Ausgänge desselben Marktes nebeneinanderlegen. Eine einzelne Quote sagt nichts über ihren eigenen Wert.
Wie sich Quoten lesen lassen und was die Marge ist
Eine Dezimalquote gibt an, wie viel das Hundertfache des Einsatzes zurückzahlt. Bei einer Quote von 2,10 bringt ein Einsatz von 100 € im Gewinnfall 210 € zurück; der Reingewinn beträgt 110 €. Der Rechenweg ist Multiplikation, und er ist der einzige Teil des Ganzen, der sich mit Sicherheit angeben lässt. Was daraus folgt, hängt davon ab, ob die Wette gewinnt — und das steht nirgends geschrieben.
Die Marge betrifft dagegen nicht die einzelne Wette, sondern den ganzen Markt. Rechnet man die Kehrwerte aller Quoten eines Marktes zusammen, ergibt der Kehrwert dieser Summe den Quotenschlüssel beziehungsweise die Auszahlungsquote — den Anteil aller Einsätze, den dieser Markt zurückzahlt. Die Marge ist 100 % minus diese Auszahlungsquote. Nehmen wir ein illustratives Zwei-Weges-Paket mit 1,90 auf beiden Seiten. Ein solches Beispiel ist eine Rechnung, keine zitierte Quote. Der Kehrwert jeder Seite beträgt 1 ÷ 1,90, also rund 0,5263. Addiert man beide Seiten, kommt man auf rund 1,0526. Der Kehrwert dieser Summe ergibt eine Auszahlungsquote von rund 95,0 %. Die Marge, also der Anteil, der beim Anbieter bleibt, liegt damit bei etwa 5,0 % — und das ist eine Bandbreite mit Bedingung, nicht eine feste Zahl. Die 5,0 % gelten nur, wenn beide Seiten genau 1,90 stehen und die Quoten sich proportional bewegen. Steigt eine Seite auf 1,95 und fällt die andere auf 1,85, verschiebt sich die Marge leicht; jeder Punkt, um den beide Seiten magerer werden, hebt sie. Der Zusatz dieser beiden Größen ergibt immer 100 %, weil die zweite aus der ersten entsteht.
Was das für den Leser bedeutet, lässt sich in einem Satz zusammenfassen: In einem solchen Markt gehen von jedem eingezahlten Euro im Durchschnitt rund 5,0 Cent an der Auszahlung vorbei — vorausgesetzt, man würde auf beiden Seiten gleichmäßig setzen, was in der Praxis niemand tut. Das ist die Rechnung, die jede Diskussion über „beste Quoten“ einordnet.
Die Steuer kommt vor der Marge
Und in dieser Rechnung fehlt noch ein Posten. Die Sportwettensteuer wird auf den Einsatz erhoben, vom Veranstalter geschuldet. Ob ein Anbieter sie in die Quote einrechnet, in voller Höhe weitergibt oder aus seiner eigenen Marge begleicht, ist seine Entscheidung, und man liest es an den Quoten seiner Märkte. Genau hier wird eine Werbeaussage wie „0 % Wettsteuer“ zu einer Aussage über den Rechenweg, den ein Anbieter angeblich wählt — nicht über einen Wert für den Kunden. Wer auf beiden Seiten eines Marktes um 1,90 rund 5,0 % Marge findet, hat keinen Anhaltspunkt für Steuerfreiheit gefunden, sondern nur für eine Quote.
Wettsteuer und Marge sind deshalb getrennt zu lesen. Die Steuer ist eine gesetzliche Abgabe auf den Einsatz; die Marge ist der Preis des Marktes. Beide drücken auf dasselbe Ergebnis, aber die eine ist reguliert und die andere verhandelbar.
Sport und Turnier: Der Rahmen, in dem Anbieter ihre Wetten ansetzen
Die Grashalme kommen später. Wer sich vor dem Buchen eines Turniersiegermarktes einen Vorteil verschaffen will, muss die Beteiligungs- und Formatregeln kennen, weil sie die Struktur der Wahrscheinlichkeiten bestimmen. Das Turnier selbst ist die Kulisse; gewettet wird auf Spieler, die darin gegen Regeln antreten.
Einzel, Doppel und die Grenzen der Information
Gespielt wird in Einzel und Doppel, was für die Tiefe der Märkte eine direkte Folge hat. Ein Einzel wird auf beiden Seiten intensiv beobachtet und in viele Märkte zerlegt. Ein Doppel ist schwerer zu bewerten, weil die Abstimmung zwischen zwei Spielern ein Faktor ist, für den es keine lange Datenreihe gibt. Wer einen Doppelmarkt bucht, steht einem weniger durchleuchteten Angebot gegenüber — was nicht heißt, dass es weich ist, sondern dass die Information darüber teurer und dünner zugleich wird.
Die Auslosung setzt den Rahmen. Aus einem Teilnehmerfeld von internationalen Spielenden entsteht ein Tableau, das den Weg zum Titel unterschiedlich schwer macht. Für Turniersiegermarkt ist die Auslosung wichtiger als die Formkurve aus der Vorsaison.
Was den Kalender der nächsten Auflage betrifft
Die 139. Auflage ist abgeschlossen, die nächste folgt 2027; ihr Termin ist noch nicht veröffentlicht. Wer heute einen Markt für die nächste Auflage bucht, kauft eine Wette auf ein noch nicht datiertes Ereignis. Das ist nicht verboten, aber ein Sonderfall — und es verändert die Frage nach dem Wert eines Einsatzes. Bis zum Spieltag liegen Monate, in denen Form, Gesundheit und Teilnehmerfeld sich ändern.
Die Belagdauer des Turniers bleibt zwei Wochen. Wer die aktuellen Quoten eines Anbieters für die nächste Auflage sehen will, prüft dessen eigenes Wettprogramm, sobald es die Märkte ausstellt. Alles andere ist Vermutung.
Das Prestige und seine Nebenwirkungen
Das Preisgeld von 64,2 Millionen £ im Jahr 2026, das um 20 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist, erzählt eine Geschichte über den Zustand des Profitennis und nicht über die nächste Quote. Trotzdem hat die Größe des Ereignisses einen Effekt auf Wettende: Ein Prestige-Event zieht Publikum an, das sonst nicht setzt. Mehr Wettende bedeuten mehr Umsatz, und mehr Umsatz kann eine Marge senken, aber er kann sie auch stehen lassen. Wer annimmt, dass ein prestigeträchtiges Turnier automatisch die besseren Preise bringt, hat die Richtung des Effekts nicht geprüft.
Überblick über die Anbieter: Zehn Whitelist-Einträge mit Sporterlaubnis
Die folgende Gegenüberstellung fasst für zehn Anbieter zusammen, wie sie in der Whitelist geführt sind und seit wann ihre Sporterlaubnis läuft. Die Angaben beziehen sich auf den Stand vom 2. Oktober 2026, und die Whitelist nennt grundsätzlich nur Erteilungsdaten, kein Enddatum. Alle Häuser in dieser Liste sind erlaubt — die Frage, die bei jedem einzelnen zu entscheiden ist, lautet nicht, ob, sondern wann sie den Verbraucher zur Kasse bitten.
| Anbieter | Whitelist-Eintrag mit Halter | Sporterlaubnis seit |
|---|---|---|
| bet365 | Ja, Sportwetten-Erlaubnis; Halter Hillside (Europe) ENC | 09.10.2020 |
| Tipwin | Ja, Sportwetten-Erlaubnis; Halter Tipwin Limited | 09.10.2020 |
| MERKUR BETS | Ja, Sportwetten-Erlaubnis; Halter Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| bpremium | Ja, Sportwetten-Erlaubnis; Halter Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Sportingbet | Ja, Sportwetten-Erlaubnis; Halter Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| 888sport | Ja, Sportwetten-Erlaubnis; Halter 888 Germany Limited | 30.06.2021 |
| LeoVegas | Ja, Sportwetten-Erlaubnis; Halter LVSports Limited | 21.10.2024 |
| VBet | Ja, Sportwetten-Erlaubnis; Halter SCGO Limited | 05.12.2023 |
| Betano | Ja, Sportwetten-Erlaubnis; Halter Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021 |
| Tipico | Ja, Sportwetten-Erlaubnis; Halter Tipico Co. Limited | 09.10.2020 |
Sieben der zehn Halter sind seit Oktober 2020 oder Mitte 2021 dabei, drei sind später gestartet. Die Spannbreite der Erteilungsdaten zwischen 2020 und 2024 sagt nichts über die Qualität eines Angebots, aber sie sagt etwas über den Markt: Die Zahl der erlaubten Veranstalter ist über die Jahre gewachsen, während die Whitelist insgesamt nur 30 Einträge und 27 Sporthalter führt. Diese zehn sind also eine Auswahl, nicht das Feld. Wer einen Anbieter außerhalb dieser Liste prüft, sieht in der Whitelist nach — und findet dort entweder die Sporterlaubnis oder keine.
Ein Hinweis zur Verwechslungsgefahr, weil er sich an dieser Stelle am häufigsten auswirkt: Der Halter Name, der in der Liste steht, ist nicht die Marke, unter der gespielt wird. Gespielt wird unter der Domain, die unter der Sporterlaubnis gelistet ist. Ein Halter mit zusätzlichen Casino- oder Poker-Erlaubnissen hat diese als eigene Genehmigungen mit eigenen Regeln; die Sporterlaubnis deckt sie nicht ab.
bet365: die lange geführte Standardadresse
bet365 wird in der Whitelist unter der Domain Bet365.de mit der Sportwetten-Erlaubnis geführt; Halter ist die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex auf Malta. Eine erste Erlaubnis datiert vom 9. Oktober 2020, eine Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022. Damit gehört bet365 zu den Häusern, die von Beginn des lizenzierten Marktes an dabei sind.
Was der lange Eintrag über das Erlebnis des Kunden sagt, ist wenig — und wer aus einem Erteilungsdatum einen Vorteil ableitet, hat sich eine Bequemlichkeit gekauft. Wirklich zählen für die Kostenfrage die Quoten, die das Haus stellt. Für einen Markt, der bei beiden Seiten eines Zwei-Weges-Marktes rund 1,90 liegt, hält sich die Marge um die 5,0 %; die tatsächlichen Werte stehen in jedem einzelnen Markt und ändern sich. Wer das ausprobieren will, tut es am Beispiel eines einzigen markanten Matches und vergleicht die beiden Seiten desselben Marktes mit jeder anderen Adresse aus dieser Liste. Der Preisunterschied, der sich so zeigt, ist die einzige Zahl, die bet365 gegen die Konkurrenz wirklich belegt.
Die lange Präsenz im Markt macht das Haus zu einer naheliegenden Referenzadresse: das, was man von einem Anbieter erwartet, wenn alle anderen überprüft werden sollen. Wer dauerhaft in Wimbledon-Wochen setzt, findet hier ein Programm, das sich an keiner Stelle erklären muss.
Tipwin: Anbieter mit Sportpartnerschaft
Tipwin steht in der Whitelist unter Tipwin.de mit einer Sportwetten-Erlaubnis; Halter ist Tipwin Limited, erste Erlaubnis vom 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnisse vom 27. Dezember 2022 und vom 9. Januar 2024. Die Kette der Folgeerlaubnisse ist die längste in dieser Liste, und sie bedeutet nur, dass die Genehmigung mehrmals aktualisiert wurde — nicht, dass das Angebot umfangreicher wäre als bei anderen.
Ein Punkt fällt bei Tipwin aus dem Rahmen: Tipwin ist Premium Partner des Deutschen Basketball Bundes, eine Partnerschaft, die bis zum 31. Dezember 2026 verlängert wurde und damit mindestens drei weitere Jahre läuft. Das ist ein Sponsoring, kein Produktmerkmal, und es macht eine Basketballpartnerschaft nicht zu einem besseren Tennismarkt. Die Kostenrechnung bleibt unverändert: Auch bei Tipwin entscheidet die Marge des gebuchten Marktes darüber, was ein Euro Einsatz real wert ist. Wer die Partnerschaft als Signal für ein kompetenteres Buch liest, hat einen Marketinghinweis für einen Preisindikator gehalten.
Für Spielende, die Tennis vor allem zu den großen Turnieren verfolgen, ist Tipwin eine Adresse mit geradlinigem Zuschnitt und ohne Erklärungsbedarf. Hervorzuheben ist in diesem Vergleich wenig; auffällig ist nur, dass die formale Historie des Eintrags die ausführlichste ist.
MERKUR BETS: die Verbindung aus Marke und Wettbetrieb
MERKUR BETS wird in der Whitelist unter MERKUR BETS geführt, Halter ist die Merkur Bets Malta Limited mit Sitz im St Julians Business Centre in St. Julian’s auf Malta; die GGL verzeichnet die Sporterlaubnis seit dem 6. November 2023. Bemerkenswert ist die Konstellation: Der Name steht für eine Markenwelt, die ihren deutschen Ursprung woanders hat als im Sportwetten. Wer aus einer bekannten Marke auf ein schärferes Wettprogramm schließt, schließt aus dem falschen Merkmal.
Auf der Kostenseite ist die Ausgangslage die gleiche wie bei jedem Haus dieser Liste: Eine Quote von 1,90 in einem Zwei-Weges-Markt trägt eine Marge in der Größenordnung von 5,0 %, und ob merkur bets darunter oder darüber liegt, ist nur im direkten Vergleich zweier Seiten desselben Marktes zu erkennen. Wer ohnehin in der Merkur-Welt unterwegs ist, hat damit eine Adresse ohne Wechselaufwand. Die Erlaubnis stammt aus 2023, das Haus ist also einer der jüngeren Marktteilnehmer, was die Frage nach der Reife des Wettprogramms aufwirft, aber sie nicht beantwortet.
bpremium: Ladbrokes-Erbe unter deutscher Erlaubnis
bpremium läuft in der Whitelist unter Bpremium.de mit einer Sportwetten-Erlaubnis; Halter ist die Ladbrokes (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira auf Malta und der Registernummer C92799, geführt nach den Nutzungsbedingungen in der Fassung vom 3. April 2023. Erste Erlaubnis: 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis: 21. Dezember 2022.
Der Name des Halters verweist auf ein internationales Wettgeschäft, der Name der Marke auf etwas anderes — das ist in Deutschland kein Sonderfall, aber es macht die Zuordnung unübersichtlich, und genau diese Unübersichtlichkeit kann einen Verbraucher zu der Annahme führen, er spiele bei dem Anbieter, dessen Logo er zu kennen glaubt. Der maßgebliche Eintrag ist der unter der Sporterlaubnis gelistete, nicht das Logo.
In der Kostenfrage gilt auch hier: Der Vergleich zeigt sich an der Marge eines konkreten Marktes. Wer die Nutzungsbedingungen liest — und die im Abschnitt bpremium: Ladbrokes-Erbe unter deutscher Erlaubnis genannte Fassung ist genau deshalb interessant, weil sie den Halter benennt —, kann die Bedingungen des Wettbetriebs prüfen, bevor er den Einsatz leistet. Das ist der einzige kostenwirksame Schritt, den ein Verbraucher vor der ersten Wette tun kann.
Sportingbet: der Konfigurator und sein Preis
Sportingbet ist unter Sportingbet.de mit einer Sportwetten-Erlaubnis gelistet; Halter ist Sportingbet (Deutschland) Limited; erste Erlaubnis vom 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022. Das Haus gehört damit zur ersten Kohorte des regulierten Marktes.
Im Wettangebot findet sich ein „Konfigurator+“ sowie Live-Wetten; zu den Sportarten zählen unter anderem Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker. Tennis ist ausdrücklich dabei, und mehr lässt sich zu diesem Turm nicht sagen. Ein Konfigurator ist im Kern ein Kombinationsbaukasten: Er erlaubt, mehrere Auswahlen zu einem Wettschein zu verbinden. Das ist für manche Spielende ein Komfortgewinn und für andere ein Risiko, weil eine Kombiwette die Quoten multipliziert — und damit auch die Margen mehrerer Märkte.
Wer eine Kombiwette bucht, zahlt die Marge jedes beteiligten Marktes. Wer mit dem Konfigurator also sechs Auswahlen kombiniert, hat sechs Margen im Preis, nicht eine. Das ist der teuerste Weg, aus einem Zwei-Weges-Beispiel mit rund 5,0 % Marge zwei oder drei weitere Prozent zu machen, und er wird selten so beschrieben. Wer den Konfigurator nutzt, sollte ihn als Werkzeug für Übersichtlichkeit betrachten — nicht als Werkzeug für einen besseren Preis.
888sport: Börsennotierung als Argument und ihre Grenze
888sport wird in der Whitelist unter 888sport geführt, Halter ist 888 Germany Limited; erste Erlaubnis vom 30. Juni 2021, Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022. Die dahinterstehende 888 Holdings PLC hat ihren Sitz in Gibraltar, ist die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe und seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert.
Eine Börsennotierung ist ein Faktum über eine Unternehmensstruktur und kein Faktum über die Quoten eines Tennismarktes. Sie mag für die Frage der Rechtssicherheit eines Vertragspartners von Interesse sein; für die Kostenfrage hat sie keine Aussagekraft. Wer in Wimbledon-Wochen drei Märkte desselben Abends vergleicht, entscheidet mit einer einzigen Tabelle mehr über seinen Preis als mit jeder Information über die Herkunft des Halters.
888sport gehört zu den Häusern, bei denen die Erlaubnis aus 2021 stammt und die Struktur international aufgestellt ist. Nüchtern betrachtet: ein Anbieter mit vollständiger Zulassung und einer Historie, die man prüfen kann, wenn man will. Der Wettschein ändert davon nichts.
LeoVegas: jung in der Sporterlaubnis
Unter Leovegas.de führt die Whitelist die LVSports Limited als Betreiberin, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 und einer für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023. Die beiden Daten sind ein Beispiel für eine Unterscheidung, die in diesem Abschnitt schon mehrfach aufgetreten ist: Slots und Sportwetten haben bei demselben Haus getrennte Erlaubnisse und getrennte Regelwerke.
Die Sporterlaubnis stammt aus dem Oktober 2024, also aus dem jüngsten Jahr in dieser Liste. Ein so spätes Datum macht das Haus nicht verdächtig — es macht es neu im regulierten Sportwettenmarkt. Neuanfänge im Sportwettenbereich haben eine typische Eigenschaft: Die Preisgestaltung ist noch nicht eingeschwungen. Wo das endet, lässt sich nur an den Quoten des eigenen Programms messen: Der Vergleich beider Seiten desselben Marktes an einem Abend genügt, um die Marge zu schätzen, und um mehr geht es bei der Frage nicht.
Für Spielende, die von LeoVegas als Casinoanbieter kommen, ist die Trennung wichtig. Eine Slot-Erlaubnis gibt keine Auskunft über das Wettprogramm, und die Beschränkungen des Sportwettenbereichs — Einzahlungslimit, Live-Markt-Grenzen, Zahlung vom eigenen Konto — gelten unabhängig davon.
VBet: jünger Halter, schmale Überlieferung
VBet ist unter Vbet.de mit einer Sportwetten-Erlaubnis gelistet; Veranstalterin der Sportwetten ist die SCGO Limited mit Sitz im Luxe Pavilion des Diamonds International Building in St. Julian’s auf Malta. Die Sporterlaubnis verzeichnet die Behörde seit dem 5. Dezember 2023. Damit gehört VBet, wie LeoVegas, zu den zuletzt hinzugekommenen Einträgen in dieser Auswahl.
Über das Wettprogramm sagt der Auftritt wenig Auskunft; wer prüfen will, welche Tennis- und Live-Märkte VBet während der Turnierwochen ausgestellt hat, geht in sein Wettprogramm und sieht sich die Quoten für ein konkretes Match an. Die Marge lässt sich aus beiden Seiten eines Zwei-Weges-Marktes unmittelbar abschätzen, die Marge des Zwei-Weges-Feldes von rund 5,0 % in einem illustrativen Beispiel dient dabei als Vergleichswert und nicht als Erwartungswert für dieses oder ein anderes Haus.
VBet ist damit in erster Linie eine Option für Spielende, die ohnehin ein Konto bei ihm halten oder sein Programm schätzen. Ein Argument, das über die Zulassung hinausgeht, liefert der Eintrag nicht, und der ist bei jedem Haus dieser Liste vorhanden.
Betano: App-Funktionen als eigentliches Produkt
Betano steht unter Betano.de mit einer Sporterlaubnis ab dem 19. Februar 2021, Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022; Halter ist die Betkick Sportsbetting Limited. Die App „Betano Sportwetten und Slots“ wird im Apple App Store von der KAIZEN GAMING INTERNATIONAL LIMITED angeboten; ihre Entwicklerbeschreibung nennt Bet Builder — also das Kombinieren mehrerer Märkte eines Spiels —, Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL.
Tennis-Grand-Slams stehen ausdrücklich in dieser Liste. Für die Kostenfrage ist die Funktionsliste allerdings nicht mehr als eine Ausstattungsliste. Cash Out ist ein Feature ohne gesetzliche Sonderregelung und damit allein Sache des Anbieters: Wer den Wettschein vorzeitig glattstellen lässt, akzeptiert den Preis, den das Haus dafür stellt. Das ist ein eigener, meist schlechterer Kurs als der einer gewöhnlichen Wette, und der genannte Vorteil — Kontrolle über den Wettschein — hat eine Preisangabe, die in den Bedingungen steht und nicht in der Werbung. Bet Builder erhöht, wie oben bei Sportingbet beschrieben, die Zahl der im Preis enthaltenen Margen.
Wer App-Funktionen gewichtet, findet hier das dichteste Angebot dieser Auswahl. Wer den Preis gewichtet, sollte die Funktionen als Komfort im Programm, nicht als Wertverbesserung einordnen.
Tipico: die App mit Cashout-Beschreibung
Tipico ist unter Tipico.de gelistet, Halter ist die Tipico Co. Limited, erste Erlaubnis vom 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis vom 9. Dezember 2022. Die Tipico Sportwetten App wird im Apple App Store vom Entwickler Tipico B2B Ltd angeboten; in deren Beschreibung werden „Tipico Cashout“ als Kontrolle über den Wettschein und Live-Wetten auch während des Fußballspiels genannt.
Das ist eine Formulierung, die man bei mehreren Anbietern liest, und sie beschreibt, was das Feature tut, nicht was es kostet. Wie bei allen Häusern dieser Liste gilt: Cash Out ist keine gesetzlich geregelte Möglichkeit, sondern eine Funktion mit einem Kurs, den der Anbieter festlegt. Und Live-Wetten während einer laufenden Partie sind in Tennis auf den nächsten Satz und ähnlich seltene Komponenten beschränkt — wer im Live-Wettprogramm mehr sieht als das, sollte sich die Rechtslage noch einmal ansehen.
Für Tipico spricht das lange Bestehen auf dem regulierten Markt und die breite Bekanntheit. Für die Kostenfrage spricht nichts davon direkt. Ein Anbieter mit langer Historie kann teuer sein, ein junger kann günstig sein; der Erteilungsstempel in der Whitelist ist keine Aussage über die Quote.
Die Rechnung, die bleibt: 5,3 % und 5,0 %
Zwei Zahlen kehren in diesem Text wieder, und man sollte sie nicht zusammenwerfen. Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, die den Einsatz ohne die Steuer selbst abbildet — auf den eingezahlten Betrag gerechnet etwa 5,03 %. Die Marge eines illustrativen Zwei-Weges-Marktes mit 1,90 auf beiden Seiten liegt in der Größenordnung von 5,0 %, als Bandbreite mit der Bedingung, dass beide Seiten genau diesen Wert tragen. Die eine Zahl ist eine gesetzliche Abgabe, die der Veranstalter schuldet und deren Weitergabe seine Entscheidung ist; die andere ist der Preis des Marktes selbst. Beide zusammen erklären, warum zwischen Einsatz und Auszahlung mehr Mechanik liegt, als ein beworbenes „beste Quoten“ erkennen lässt.
Wer für die nächste Auflage in Wimbledon plant, kann daraus zwei praktische Sätze mitnehmen. Erstens: Die Prüfung der Whitelist ist keine Formalie, sondern der einzige Test, der die Erlaubnis belegt — und eine .de-Domain beweist nichts. Zweitens: Der Vergleich zweier Seiten desselben Marktes am selben Abend ist die einzige Messung, die ein Wettender ohne Fachkenntnis anstellen kann — und sie sagt mehr über den Preis als jede Liste und jeder Tipp.
Getippt wird auf dieser Seite nicht. Wer gesetzt hat, trug den Einsatz und trug die Entscheidung, und darum gehört die einzige Zahl, die niemand sonst festlegt, auch ihm: der Einsatz.
Häufige Fragen zu Wimbledon-Wetten
Wo kann ich aus Deutschland auf Wimbledon wetten, und wie erkenne ich einen erlaubten Anbieter?
Erlaubt sind nur Veranstalter mit deutscher Sporterlaubnis, die in der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder geführt werden — der Stand vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge. Maßgeblich ist die unter der Sporterlaubnis gelistete Domain. Eine .de-Adresse allein beweist nichts; das Impressum einer Website ebenso wenig.
Welche Wettmärkte gibt es bei Wimbledon, etwa Turniersieger, Spielsieger oder Satzwetten?
Das Angebot reicht von Turniersieger und Spielausgang bis zu Satzwetten und Handicap, als Einzel-, Kombi- und Systemwette. Zulässig sind nur Wetten des von der Behörde genehmigten Sportwettprogramms. Live während des Spiels sind in Tennis der nächste Satz und ähnlich seltene Komponenten erlaubt; der nächste Punkt nicht.
Wie berechnet sich die Auszahlung aus Einsatz und Quote bei einer Wette auf den Turniersieger?
Eine Dezimalquote gibt den Rückfluss für den ganzen Einsatz an. Bei einer Quote von 2,10 bringt ein Einsatz von 100 € im Gewinnfall 210 € zurück, der Reingewinn beträgt 110 €. Das gilt, wenn die Wette gewinnt — ob sie gewinnt, ergibt sich aus der Quote nicht.
Welche Beschränkungen gelten für Livewetten während eines laufenden Matches?
Während eines laufenden Ereignisses sind nur Wetten auf das Endergebnis oder auf den nächsten Treffer, den nächsten Satz oder eine ähnliche seltene Komponente zulässig. Im Tennis ist der nächste Satz erlaubt, der nächste Punkt nicht. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt.
Wie werden Sportwettensteuer und Marge in der Quote berücksichtigt?
Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz ohne die Steuer selbst“, gerechnet auf den eingezahlten Betrag rund 5,03 %; geschuldet wird sie vom Veranstalter, und ob er sie weitergibt, steht in seinen Bedingungen. Die Marge eines Marktes ist 100 % minus seiner Auszahlungsquote — in einem illustrativen Zwei-Weges-Markt mit 1,90 auf beiden Seiten etwa 5,0 %, als Bandbreite mit Bedingung.
Wie wirkt das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 € auf Wetten während der Turnierzeit?
Das Einzahlungslimit beträgt standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. In zwei Wimbledon-Wochen mit vielen parallelen Partien ist es damit ein Budget für alle Anbieter zusammen, nicht pro Buchmacher. Eine Erhöhung wirkt erst nach sieben Tagen; eine Absenkung sofort.
Tennis – Kombiwetten-Bonus
Inhalt erstellt vom Team «Kombiwetten-Bonus»
