Freiwette im Vergleich: zehn Anbieter mit GGL-Erlaubnis und ihre Neukundenangebote
Stand: 30. Oktober 2026, abgeglichen mit der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder.

Eine Freiwette ist kein Geschenk, sondern eine Wette mit einem Vordruck. Wer sie platziert, setzt kein eigenes Geld — und bekommt am Ende den eigenen Einsatz auch nicht zurück, weil es keinen gab. Genau hier bricht der Satz „Sie wetten kostenlos“ auseinander, den jeder Neukundenflyer dieser Republik druckt. Der Betrag, mit dem gerechnet wird, steht in den Bedingungen; die Summe, die am Ende auf dem Konto landet, ist immer um den Freebet-Einsatz kleiner als die Quote es verspricht. Bei einer Quote von 2,50 und einer 10-Euro-Freiwette sieht der Wettschein nach 25 € aus. Ausgezahlt werden 15 €. Der Rest ist die Zeile, die in der Werbung fehlt, und sie ist der Grund, warum sich dieser Vergleich lohnt.
Der zweite Grund ist die Frage, wer so etwas überhaupt anbieten darf. In Deutschland führt an der Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder kein Weg vorbei: Nur Betreiber mit deutscher Genehmigung dürfen Sportwetten anbieten, und die Whitelist ist die einzige Prüfliste, die dafür zählt. Ein Angebot „ohne Einzahlung“ von einer Seite mit Curaçao- oder Anjouan-Lizenz steht nicht in einem Graubereich, es steht außerhalb des Systems — ohne OASIS, ohne LUGAS, ohne deutschen Rechtsweg. Deshalb geht es auf dieser Seite zuerst um die Rechtslage, dann um Schutzregeln, dann um das Geld, und erst danach um die zehn Anbieter selbst.
Whitelist, Erlaubnis und der lange Arm der GGL: warum die Rechtslage jede Freiwette vorformt
Eine Freiwette entsteht nirgends durch Gesetz. Sie ist eine Vertragsbedingung, ein Versprechen des Veranstalters an einzelne Kunden, und ihre Höhe, ihre Mindestquote und ihre Frist legt der Anbieter selbst fest. Der GlüStV 2021 enthält keine einzige Norm, die einen Sportwettenbonus deckelt oder seine Umsatzbedingungen vorschreibt. Das ist keine Lücke, sondern eine bewusste Zuweisung: Der Staat regelt, wer wetten darf, worauf gewettet werden darf und wie das Geld fließt — den Bonus überlässt er dem Wettbewerb. Wer die Bedingungen eines Willkommensangebots liest, liest deshalb Privatrecht und kein Verbraucherschutzgesetz.

Was der Staat regelt, ist die Erlaubnis. Die GGL mit Sitz in Halle (Saale) erteilt unter dem GlüStV 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021, die bundesweite Erlaubnis zum Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet nach § 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV. Sie überwacht und ahndet nach § 28a; die Steuer ist Sache des Finanzamts und nicht der Behörde. Der einzige Test für eine Lizenz ist die offizielle Whitelist nach § 9 Abs. 8: Wer dort nicht steht, hat keine Erlaubnis, egal was auf der Startseite steht.
Der Stand dieser Liste vom 2. Oktober 2026 umfasst 30 Einträge — 27 Veranstalter mit einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich für Pferdewetten, und drei Anbieter mit einer reinen Pferdewetten-Erlaubnis. Jede dort eingetragene Domain endet auf .de, aber eine .de-Adresse allein beweist nichts; sie ist ein Formmerkmal, kein Nachweis. Eine Ersterlaubnis läuft fünf Jahre nach § 4c Abs. 1, doch die Liste zeigt nur das Erstdatum und nie ein Enddatum. Wer also glaubt, aus dem Eintrag ein Ablaufjahr ablesen zu können, sucht etwas, das dort nicht steht.
Die wichtigste Feinheit betrifft den Umfang. Nur die unter der Sporterlaubnis geführte Domain nimmt Sportwetten an. Slots, Poker und virtuelles Automatenspiel einer Marke sind eigene Erlaubnisse mit eigenen Regeln — dass ein Haus eine Casino-Lizenz hält, sagt nichts über sein Sportwettprogramm, und ein Casino-Limit ist niemals ein Wettlimit. Wer prüfen will, ob eine bestimmte Freiwette zulässig angeboten wird, prüft also genau eine Zeile: die Marke, die Sportwetten-Erlaubnis, der Veranstalter, die Domain und das Erstdatum.
Und die Prüfung dauert zwei Minuten. Die Whitelist liegt öffentlich, sortierbar und ohne Anmeldung vor. Wer dort eine Marke findet, hat eine Erlaubnis. Wer dort eine Marke vermisst und auf der verlinkten Seite trotzdem ein „100 % Gratiswette ohne Einzahlung“ findet, hat die Antwort ebenfalls — nur eben eine unangenehme.
Was Wetten in Deutschland dürfen — und was nicht
Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Vorkommnisse darin, als Einzel- oder Kombinationswette nach § 21 Abs. 1, und zwar nur die Wettarten, die die GGL zugelassen hat — das Sportwettprogramm nach § 21 Abs. 5. Innerhalb eines laufenden Ereignisses sind Livewetten nach § 21 Abs. 4 nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder ein ähnliches, seltenes Ereignis möglich. Nächstes Tor im Fußball: ja. Nächster Satz im Tennis: ja. Nächster Punkt im Tennis oder nächster Korb im Basketball: nein. Diese Grenze schneidet so tief in das Livegeschäft, dass sich die Produkte der Anbieter kaum noch unterscheiden — und für Freiwetten heißt das: Ein „Live-Bonus“ auf ein Torkontingent im Basketball existiert in Deutschland nicht, weil es den Markt nicht gibt.

Ausgeschlossen sind Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren — in der Praxis der Behörde zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateur —, manipulationsanfällige Wettarten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Ahndung nach § 21 Abs. 1a. Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig. E-Sport ist für die GGL kein Sport; lizenziertes E-Sport-Wetten existiert in Deutschland nicht. Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Einen gesetzlichen Höchsteinsatz pro Wette gibt es nicht — der Deckel liegt auf der Einzahlung, nicht auf dem Einsatz.
Die graue Zone: Freiwette ohne Einzahlung und was sie wirklich ist
Das Schlagwort „Freiwette ohne Einzahlung“ beschreibt ein Angebot, das ohne vorherige Überweisung auskommt. Die legalen Varianten davon sind eng: Bei MERKUR BETS gab es zur Mitteilung vom 14.10.2024 für Neukunden eine Freiwette über 25 € bei einer Ersterhöhung des Kontos ab 1 €. Bei Wettstar lag die Mindesteinzahlung des Einzahlungsbonus bei 1 €. Beides sind keine Null-Euro-Angebote — es ist ein Euro, und ein Euro ist der Unterschied zwischen einem Gutschein und einem Vertragsverhältnis.
Der echte „ohne Einzahlung“-Markt liegt bei Anbietern, die in Deutschland keine Erlaubnis haben. Sie betreiben unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV, und eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Lizenz hat dafür keine Bedeutung. Die GGL warnt ausdrücklich: Am 17. September 2026 richtete sie eine Verbraucherwarnung gegen die Teilnahme an illegalen Angeboten, ausdrücklich genannt wurde unter anderem Platincasino. Aufsichtsmittel reichen nach § 9 bis zu Verboten, Zahlungsblockaden und Netzsperren, und wer auf einer gesperrten Seite spielt, hat keine Stelle, an die er sich wenden kann.
Strafrechtlich steht das nicht auf der Kippe: Veranstalten nach § 284 StGB droht bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, Werbung dafür bis zu einem Jahr, die Teilnahme nach § 285 StGB bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verfolgungen einzelner Spieler sind nicht belegt — daraus wird aber keine Erlaubnis, sondern nur ein Hinweis, dass die Behörde die Anbieter ins Visier nimmt und nicht die Kunden. Wer das als Freibrief liest, verwechselt eine Vollzugsentscheidung mit einem Rechtsstand.
Zivilrechtlich bewegt sich etwas. Die Frage, ob ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis verlorene Einsätze zurückzahlen muss, beschäftigt die Gerichte: Der Bundesgerichtshof hat sie dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt, Beschluss vom 25. Juli 2024 zum Aktenzeichen I ZR 90/23, nachdem ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurückverlangt hatte. Generalanwalt Nicholas Emiliou hielt in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 grundsätzlich eine Rückzahlungspflicht unlizenzierter Anbieter für möglich, mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert hatten, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ein Urteil mit Anspruch auf Rückzahlung ist daraus nicht geworden — eine Hoffnung auf Geld ist kein Zahlungsanspruch, und wer heute auf einer Offshore-Seite verliert, wartet auf ein Verfahren, nicht auf eine Überweisung.
Ehrlich gerechnet bleibt es ein Tauschgeschäft: Offshore heißt kein deutscher Veranstalter, kein OASIS, kein LUGAS und kein deutscher Rechtsweg — dafür höhere Limits. Whitelist heißt Rechtssicherheit und Spielerschutz — dafür 1.000 € Standardlimit, eingeschränkte Livemärkte, volle Verifizierung und Einzahlung nur vom eigenen Konto. Beides ist ein Paket. Keiner der zehn Anbieter im Abschnitt „Vergleich der zehn Anbieter: Erlaubnis, Bedingungen und was die Neukundenangebote taugen“ lässt einen der beiden Teile weg.
Einzahlungslimit, OASIS und die Grenze, die ein Gratisschein nicht verschiebt
Ein Gratiswettschein kostet kein Geld und verändert ein Limit nicht. Das ist der Satz, den die Angebotskommunikation gerne verschweigt, weil er die Rechnung des Neukunden zurechtrückt: Wer wegen einer Freiwette einzahlt, hat eingezahlt, und ab diesem Moment greifen dieselben Regeln für alle — unabhängig davon, ob das Konto mit einer Freiwette bespielt wird.
Die erste Regel ist die Altersgrenze. Die Teilnahme ist nach § 4 Abs. 3 GlüStV ab 18 Jahren erlaubt, und dieser Satz gilt vollständig, ohne Rabatt für gute Absichten.
Die zweite ist die Kontoidentität. Nach § 6a gilt ein Konto pro Anbieter mit vollständiger Verifizierung. Vor dem Abschluss der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Der letzte Teil ist der praktisch unangenehme: Wer in diesen 72 Stunden gewinnt, sieht sein Guthaben, kommt aber nicht daran vorbei, die Verifizierung abzuschließen. Bei Tipwin hängt daran zusätzlich der Bonus — nur verifizierte Konten erhalten ihn, und wer vorher einzahlt, kann ihn erst mit der nächsten Einzahlung beanspruchen. Wer also sein 5-Euro-Angebot sofort mitnehmen will, sollte zuerst seinen Ausweis in die Hand nehmen und dann überweisen.
Die dritte ist das monatliche Limit. Nach § 6c Abs. 1 GlüStV gilt standardmäßig ein Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die LUGAS Limitdatei. Das Limit ist anbieterübergreifend, nicht anbieterspezifisch — verteilt über drei Konten bleibt es derselbe Deckel. Eine Erhöhung ist möglich, wenn die Erlaubnis es zulässt und der Anbieter sie einem einzelnen Spieler gewährt: bis 10.000 €, in einer Spanne von 10.000 bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler, und nur gegen nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür ausdrücklich nicht. Herabsetzung wirkt sofort, Erhöhung erst nach sieben Tagen.
Die vierte ist die Parallelspielregel nach § 6h. Die Aktivitätsdatei LUGAS verhindert, dass jemand dieselbe Wette oder live auf beiden Seiten eines Ereignisses bei verschiedenen Anbietern platziert. Für den Bonusjäger ist das die wichtigste Zeile des ganzen Kapitels: Der Plan, mit einer Freiwette bei einem Haus und einer Gegenwette bei einem anderen ein Ergebnis abzusichern, stößt an diese Sperre. Was bei zwei Konten technisch wie eine Doppelchance aussieht, ist in Deutschland ein Verstoß gegen die Aktivitätsdatei.
Sperrsystem, Panikbutton und der Umgang mit dem eigenen Konto
OASIS ist nach §§ 8, 8a GlüStV das bundesweite Sperrsystem. Es wird bei der Registrierung und bei jedem Login abgefragt, wer sich sperren lässt, kommt bei jedem lizenzierten Anbieter nicht mehr hinein. Die Dauer hat eine Untergrenze: Wer beim Selbstausschluss einen Zeitraum nennt, ist mindestens drei Monate gesperrt; wer keinen nennt, mindestens ein Jahr. Schließt ein Konto stattdessen ein Offshoreseiten-Spieler, greift nichts davon — diese Seiten sind an OASIS und LUGAS nicht angeschlossen.
Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 sperrt sofort, für 24 Stunden, und ohne Begründung. Er ist das einzige Werkzeug auf dieser Seite, das keinen Beleg braucht und keine Frist kennt — ein Konto, das man in dieser Nacht nicht bespielt, ist weniger wert als das Konto, das man nächsten Monat noch hat.
Spielenden des Nennung der GGL, Spieler im gewöhnlichen Sprachgebrauch: Wer merkt, dass er wegen eines verlockend formulierten Gratisscheins mehr einzahlt als sonst, hat die Grenze überschritten, ab der ein Bonus teuer wird. Der Rat von jedem, der diesen Markt länger als einen Nachmittag ansieht, ist simpel: Ein Angebot, das dich zu einer Einzahlung bewegt, die du ohne das Angebot nicht gemacht hättest, ist keine Freiwette — es ist der Kauf eines Vertrags, in dem du die Gegenseite des Geschäfts bist.
Guthaben auf einem lizenzierten Konto steht nicht einfach auf der Bilanz des Veranstalters. Nach § 6b Abs. 6 und 7 GlüStV liegen Spielergelder treuhänderisch und insolvenzgeschützt, und bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt. Das ist der Teil des deutschen Regelwerks, der in keinem Flyer steht — und der bei einer Offshore-Seite schlicht nicht existiert.
Was eine Freiwette von einem Bonusgeld trennt: Freischaltung, Mindestquote, fehlender Einsatz
Die Unterschiede zwischen den Angeboten liegen nicht in der Höhe. Sie liegen in vier Angaben, und jede davon entscheidet darüber, was aus dem Versprechen wird. Wer eine Freiwette mit einem Einzahlungsbonus vergleicht, vergleicht am besten eine Freiwette mit einem Wettguthaben, das man erst freispielen muss.
Die erste Angabe ist die Art des Guthabens. Kredit, Freebet und Bonusgeld sind drei verschiedene Dinge, und nur beim Freispiel ist der Einsatz kein Geld. bet365 wirbt für Neukunden mit „bis zu 100 € in Wett-Credits“; die Wett-Credits werden nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigegeben, und Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht. Das ist eine Freischaltung mit Vorbedingung — man muss erst in der genannten Höhe gewettet haben, bevor die Credits überhaupt spielbar werden. Das Willkommensangebot von Winamax verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets; die Einzahlung selbst muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, mit einer Obergrenze der Umsetzung von 100 € und bei einer Mindestquote von 1,05. Bei Sportwetten.de ist das Willkommensangebot dagegen ein echter Einzahlungsbonus in Bonusgeld: 100 % der ersten Einzahlung, höchstens 100 €, sofort gutgeschrieben nach einer Ersteinzahlung von mindestens 10 €, maßgeblich ist die erste online getätigte Einzahlung.
Die zweite Angabe ist die Mindestquote. Sie bestimmt, auf welche Wettarten die Freiwette überhaupt passt: Wer eine Freiwette nur auf Quoten ab 1,80 einsetzen darf, kann sie nicht auf einen Außenseiter mit 6,00 legen und sie auch nicht auf einen 1,20-Favoriten abstellen. Bei Tipwin liegt die Mindestquote für den Umsatz bei 1,80; bei bpremium bei Dezimalquoten ab 1,7; bei Winamax bei 1,05 für die Umsetzung der Einzahlung; im MERKUR BETS CLUB bei 1,21 je Auswahl, wenn der Kombi-Boost greift. Vier Anbieter, vier Zahlen — und keine davon ist in der Werbung sichtbar.
Die dritte Angabe ist die Frist. Die 10-€-Gratiswette von bet-at-home auf „Sieger der FIFA WM 2026“ galt für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 09.06.2026 über den Promotion-Link registrierten; die Wette musste bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr platziert werden — eine Uhrzeit, nicht nur ein Datum. Der MERKUR BETS CLUB verlangt, dass die Freebet innerhalb von 3 Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert und innerhalb von 7 Tagen nach Erhalt genutzt wird, sonst verfällt sie. Der Wettstar-Neukundenbonus muss innerhalb von 60 Tagen fünfmal für Wetten eingesetzt werden, danach verfällt der Bonusbetrag. Drei Zeitachsen, drei Fallen.
Die vierte Angabe ist die Regel, die den Wert bestimmt: Der Einsatz einer Freiwette ist nicht Teil des Gewinns. Bei einer auf einer Freiwette platzierten Wette gibt MERKUR BETS den Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes aus. Und die Konsequenz zieht sich durch alle Angebote, unabhängig von der Formulierung. Die gemessene Ausnahme bestätigt die Regel: MERKUR BETS erstattet bei einer verlorenen ersten qualifizierenden Kombiwette den Einsatz bis 75 € als Freebet — erstattet wird also wieder in Freispiel, nicht in Geld.
Der Wert einer Freiwette bei Quote 2,50 und bei einem Zwei-Weg-Markt von 1,90
Zwei Rechnungen, die jeder selbst nachprüfen kann, machen den Kern der Sache sichtbar. Sie nehmen keine bestimmte Marke in den Mund, sondern nur die Mechanik, die in jeder Freiwette steckt.
Bei einer Quote von 2,50 und einer Freiwette über 10 € ergibt der Wettschein 25 €, wenn er aufgeht. Der Einsatz ist nicht dabei — ausgezahlt werden 15 €. Die Differenz zwischen der Zahl auf dem Schein und der Zahl auf dem Konto beträgt in diesem Fall 40 %, und dieser Anteil ist keine Gebühr, sondern eine Definitionsfrage: Der Freebet-Einsatz existierte nie als Guthaben, er ist nur die Rechengröße, mit der die Quote multipliziert wird. Bei einer Quote von 2,00 schrumpft derselbe Effekt auf 50 % des Scheinbetrags, bei einer Quote von 5,00 auf 20 %. Je länger die Quote, desto weniger fällt die fehlende Einsatzrückzahlung ins Gewicht — der Grund, warum erfahrene Spieler Freiwetten selten auf Favoriten setzen.
Der zweite Blick gilt dem Marktpreis selbst. In einem illustrativen Zwei-Weg-Markt mit je 1,90 auf beiden Seiten — ein Beispiel, kein quotierter Kurs — ergibt sich der Quotenschlüssel aus 1 geteilt durch (1/1,90 + 1/1,90), also rund 95 %; die Marge des Veranstalters beträgt damit rund 5 % des Einsatzes auf diesem Markt. Diese Marge ist der Preis dafür, dass der Gratisschein überhaupt existiert: Sie sitzt in beiden Quoten, unabhängig davon, ob mit Echtgeld oder mit Freebet gesetzt wird.
Beides zusammen ergibt die Kennzahl, die man sich merken kann. Eine 10-Euro-Freiwette in einem Markt mit 95 % Auszahlungsquote und Quoten um 1,90 ist im Durchschnitt über viele Wetten hinweg nur einen Bruchteil ihres Nennbetrags wert. Unter der Annahme, dass eine einzige Wette auf einem Zwei-Weg-Markt zu 1,90 platziert wird und der Einsatz nicht zurückfließt, liegt der durchschnittliche Wert grob im Bereich von zwei Dritteln des Nennbetrags — bei einer 10-Euro-Freiwette also in der Gegend von 6 bis 7 €. Das ist eine statistische Schätzung über viele gleichartige Wetten, kein Ergebnis für eine einzelne Wette: Ein einzelner Schein zahlt entweder die Quote abzüglich Einsatz aus oder gar nichts, und keine dieser beiden Möglichkeiten ist der Durchschnitt. Bei kürzeren Quoten sinkt der Wert des Scheins, bei Quoten um 1,90 liegt er am oberen Rand dieses groben Bandes.
Die Botschaft dieser Zahl ist unbequem für die Werbewirtschaft: Ein Angebot über 100 € Freiwette ist kein Angebot über 100 €. Es ist ein Angebot über einen erwarteten Wert von spürbar weniger, und wer das im Kopf hat, setzt bei der Auswahl des Anbieters an einer anderen Stelle an als bei der Zahl in der Anzeige. Wer ein Echtgeldguthaben von 100 € bekommt, hat 100 €. Wer 100 € Freiwette bekommt, hat ein Werkzeug mit Quote, Mindestpreis und Ablaufdatum.
Vergleich der zehn Anbieter: Erlaubnis, Bedingungen und was die Neukundenangebote taugen
Zehn Marken, zehn Erlaubnisse, zehn sehr unterschiedliche Wege zu einem Gratisschein. Die folgende Übersicht stellt die Angaben gegenüber, die in den Bedingungen tatsächlich bindend sind: wer unter welcher Erlaubnis auftritt und seit wann die Sportwetten-Erlaubnis läuft.
| Marke | Status in der GGL-Whitelist | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| Betway | Sportwetten-Erlaubnis für die Sport-Domain; Inhaber Betway Limited | 09.03.2021, Folgeerlaubnis 23.12.2022 |
| Bet3000 | Sportwetten-Erlaubnis für die Sport-Domain; Inhaber I.B.C. Sportsbetting Limited | 22.04.2026 |
| MERKUR BETS | Sportwetten-Erlaubnis für die Sport-Domain; Inhaber Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| Tipico | Sportwetten-Erlaubnis für die Sport-Domain; Inhaber Tipico Co. Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022 |
| Tipwin | Sportwetten-Erlaubnis für die Sport-Domain; Inhaber Tipwin Limited | 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 27.12.2022 und 09.01.2024 |
| DAZN Bet | Sportwetten-Erlaubnis für die Sport-Domain; Inhaber DZBT Operations Limited | 22.08.2023 |
| Betano | Sportwetten-Erlaubnis für die Sport-Domain; Inhaber Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022 |
| VBet | Sportwetten-Erlaubnis für die Sport-Domain; Inhaber SCGO Limited | 05.12.2023 |
| Sportwetten.de | Sportwetten-Erlaubnis für die Sport-Domain; Inhaber NetX Betting Limited | 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022 |
| bet365 | Sportwetten-Erlaubnis für die Sport-Domain; Inhaber Hillside (Europe) ENC | 09.10.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022 |
Ein Enddatum steht in keiner Zeile, weil die Whitelist keines führt. Wer eine Marke beurteilen will, liest die Spalte der Erstdaten als Betriebsgeschichte und die Spalte der Inhaber als Hinweis darauf, wem das Geld gehört und ob der deutsche Veranstalter eine eigenständige Gesellschaft ist. Die Anbieter mit einem Erstdatum im ersten Block der Vergabe — Tipico, Tipwin, bet365, Sportwetten.de, Betway, Betano — sind seit der Anfangsphase des regulierten Marktes dabei. Die jüngeren Einträge von 2023 bis 2026 zeigen, dass Neueinsteiger weiterhin in den Markt kommen.
Die zweite Hälfte des Vergleichs steht nicht in einer Tabelle, weil sie keine Spalte hat: der Angebotstyp. Und hier liegt die eigentliche Entscheidung. Wer eine Freiwette sucht, für die er kein eigenes Geld einsetzen muss, hat zwei Kandidaten mit sehr verschiedenen Modellen. Wer ein verlässliches, wenn auch umsatzgebundenes Bonusgeld will, findet es bei den Anbietern mit klassischem Einzahlungsbonus. Wer einen niedrigen Einstieg sucht, sollte sich die Anbieter mit einer Mindesteinzahlung im einstelligen Bereich ansehen. Wer vor allem die Quote hoch haben will, um den fehlenden Einsatzrückfluss zu mildern, braucht einen Anbieter mit kombinierten Boost-Funktionen.
Woran sich Betway in diesem Feld messen lassen muss
Betway fällt in dieser Gruppe an einer Stelle auf, die wenig mit dem Willkommensangebot zu tun hat: bei den Zahlungswegen. Die Mindesteinzahlung per Skrill beträgt 5 €, die Mindestauszahlung 10 €; Skrill-Auszahlungen sind gebührenfrei und werden in der Regel innerhalb von 24 Stunden freigegeben. Eine Freischaltung innerhalb eines Tages ist für deutsche Sportwetten kein Standard. Ein Detail hängt daran: Einzahlungen per Skrill qualifizieren nur für die Willkommens-Freiwette, nicht für den Einzahlungsbonus. Wer also mit Skrill einzahlt und den vollen Neukundenbonus erwartet, bekommt ihn nicht — er bekommt den kleineren Baustein.
Dasselbe Bild bei Trustly: Mindesteinzahlung 5 €, Mindestauszahlung 10 €, Trustly-Zahlungen sind gebührenfrei. Ausgezahlt wird nur Guthaben ohne offene Bonus-Umsatzbedingung, und zwar auf ein Bankkonto auf den Namen des Kunden und nur nach vorheriger Trustly-Einzahlung. Der Teil mit dem eigenen Namen ist keine Marotte des Anbieters, sondern die deutsche Regelung: Nach § 6b Abs. 4 GlüStV sind Einzahlungen nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut möglich, anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Betway beschreibt hier nicht seine eigene Politik, sondern ein Gesetz, das für alle zehn Marken gilt.
Aus der Gesamtsicht: In einem Feld, in dem die Neukundenangebote einander immer ähnlicher werden, ist die Auszahlungsgeschwindigkeit bei den günstigsten Zahlungswegen ein Unterscheidungsmerkmal, das der Neukunde am ersten Tag nicht bemerkt und am dreißigsten Tag sehr wohl. Wer eine Freiwette nutzen will und später sein Guthaben auszahlt, merkt erst dann, was die Wahl des Anbieters wirklich bestimmt hat.
Bet3000: junge Erlaubnis, kein Grund zur Eile
Bet3000 steht mit dem 22. April 2026 in der Liste — das jüngste Erstdatum dieser Gruppe unter den Sportwetten-Erlaubnissen. Formal ist das schlicht ein frischer Eintrag: Der Betrieb unter deutscher Erlaubnis hat mit diesem Datum begonnen. Die GGL führt als Veranstalter der Sportwetten unter bet3000 die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta.
Wer eine Marke mit einem so jungen Erstdatum bewertet, sollte sich nicht von der Frische der Erlaubnis blenden lassen und auch nicht abschrecken: Eine Ersterlaubnis läuft fünf Jahre nach § 4c Abs. 1, und sie beginnt nicht mit einem Testmodus. Was einem Neuling abverlangt wird, ist dasselbe Regelwerk wie einem Haus mit sechs Jahren Marktpräsenz — 1.000 € Standardlimit, volle Verifizierung, OASIS-Abfrage bei jedem Login, eingeschränkte Livewetten.
Der Unterschied zwischen einer jungen und einer alten Erlaubnis liegt in den Daten, die ein Spieler einsehen kann. Bei einem älteren Eintrag lässt sich nachvollziehen, ob es Folgeerlaubnisse gab und wie das Haus in der Zwischenzeit mit Regeln umgegangen ist. Bei einem Ersteintrag fehlt diese Spur. Wer wert darauf legt, dass die Regeln über Jahre erprobt sind, wird bei den Häusern aus der Anfangsphase fündig; wer es umgekehrt mag, sich an einer Marke von Anfang an zu orientieren, findet hier den klarsten Fall.
MERKUR BETS: Freiwette als Club-Leistung und der Kombi-Boost
MERKUR BETS verknüpft die Freiwette mit einem Club-Modell, und dieses Modell verdient einen zweiten Blick. Der MERKUR BETS CLUB schüttet für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 € aus; die Aktion lief vom 09.06.2025 bis 14.07.2025. 25 € Wocheneinsatz für 5 € Freiwette — das ist ein Verhältnis, das man nicht in eine Marketingzeile bekommt.
Beim ursprünglichen Neukundenangebot war das Modell günstiger gestrickt: Zur Mitteilung vom 14.10.2024 gab es bei einer Ersteinzahlung ab 1 € eine Freebet über 25 €, und verlor die erste qualifizierende Kombiwette, wurde der Einsatz bis 75 € als Freebet erstattet, sofern vor der Wette die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde.
Die Regeln dazu sind nüchtern. Kein Cashout bei einer mit Freebet platzierten Wette; bei einem Gewinn wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt, und die Freebet gilt nicht für Wetten mit Quotenboost. Der Kombi-Boost gibt ab fünf Auswahlen einen Prozentbonus auf den Gewinn: 5 % bei fünf Auswahlen, je weiterer Auswahl ein Prozentpunkt mehr, höchstens 30 % ab 30 Auswahlen; die Mindestquote je Auswahl beträgt 1,21, und Live-Wetten mit Boost sind grundsätzlich nicht erlaubt. Der Boost belohnt also genau die langen Kombiwetten, deren Trefferwahrscheinlichkeit mit jeder Auswahl fällt. Ein Aufschlag von 5 % auf einen Gewinn, der bei fünf Auswahlen schon selten ist, ist Psychologie im Wettangebot und keine Rendite.
Tipico: der Platzhirsch und die Frage, was eine alte Erlaubnis wert ist
Tipico ist in dieser Gruppe die Marke mit der längsten Betriebsgeschichte — Ersterlaubnis am 09.10.2020, Folgeerlaubnis am 09.12.2022. Die Tipico Co. Ltd. hat ihren Sitz im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta und wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle gegründet. Ein Unternehmen mit über zwanzig Jahren Geschichte und deutschem Ersteintrag in der ersten Vergaberunde.
Ein Name, der über Jahre in den Klagen gegen die Rückzahlung von Verlusten auftaucht, ist ein Name mit Geschichte — und der Fall mit den mehr als 3.700 €, der über den BGH zum EuGH ging, zeigt, dass dieser Rechtsweg kein theoretischer ist. Die Whitelist führt Tipico mit einer gültigen Sportwetten-Erlaubnis; die Klagen richten sich auf Zeiten, in denen diese Genehmigung für das Geschäft in Deutschland nicht bestand.
Was bleibt, ist ein nüchterner Punkt für die Auswahl: Tipico bringt die längste Verlässlichkeitsspur in dieser Tabelle mit. Wer aus einem schlecht lesbaren Angebot nicht schlau wird, findet bei einer Marke, deren deutsche Veranstaltergesellschaft seit sechs Jahren dieselbe ist, weniger Überraschungen als bei einem Neueinsteiger. Das ist kein Bonus und keine Freiwette — aber es ist eine Währung.
Tipwin: Bonuswert nur gegen Papierkram
Tipwin schreibt mehr Bedingungen an den eigenen Bonus als die meisten seiner Wettbewerber, und das ist eine Information über den Anbieter, nicht nur über das Angebot. Der Sportwetten-Willkommensbonus beträgt 100 % der Einzahlung bis höchstens 100 €; Einzahlung und Bonus zusammen müssen vor einer Auszahlung mindestens siebenmal in Sport- und Livewetten eingesetzt werden, je Wettschein zählen höchstens 100 € und nur Wettscheine mit einer Quote von mindestens 1,80.
Die Zahl sieben ist der Hebel, den die Werbung nicht nennt. Wer 100 € einzahlt, hat 200 € im Konto, und daraus werden 1.400 € an umgesetztem Volumen — bei einem Deckel von 100 € pro Wettschein und einer Mindestquote von 1,80 bedeutet das mindestens 14 Wettscheine. Bei jedem dieser Scheine sitzt die Marge des Veranstalters in der Quote, und die liegt in einem Zwei-Weg-Markt mit Quoten um 1,90 bei rund 5 %. Die Rechnung des Neukunden ist also nicht „100 Euro gratis“, sondern ein Umsatzauftrag, der zunächst einmal Verluste produzieren kann.
Dazu kommt die Verifizierungspflicht, die hier besonders scharf formuliert ist: Nur verifizierte Konten erhalten den Bonus, und wer vor der Verifizierung einzahlt, kann ihn erst mit der nächsten Einzahlung beanspruchen. Wetten mit angenommenem Ticketrückkauf zählen nicht zum Umsatz, und der Bonus gilt einmal je Person, Konto, Haushalt, Zahlungsmittel, Gerät und IP-Adresse. Auszahlungen sind erst nach Erfüllung der Umsatzbedingungen möglich, wenn bei einer weiteren Einzahlung noch ein Restguthaben von mehr als 1 € auf dem Konto liegt; für die Auszahlung müssen alle gespielten Ereignisse abgeschlossen sein.
Aus der Gesamtsicht: Das Modell trägt nur für Spieler, die ohnehin regelmäßig 1,80er oder höhere Quoten spielen. Wer den Bonus mit Favoritenwetten freispielen will, scheitert an der Mindestquote; wer ihn in einer Sitzung freispielen will, scheitert an der Zahl der Scheine.
DAZN Bet: ein Sportmedienhaus mit schmalem Werkzeugkasten
DAZN Bet ist als Marke eines Sportmedienhauses interessant und in dieser Gruppe das Haus, bei dem die Funktionen selbst die stärksten Grenzen haben. Cash Out ist nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich, nicht bei Systemwetten und nicht bei als Freiwette platzierten Wetten; der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten, und die Verfügbarkeit von Cash Out wird nicht garantiert. Der letzte Halbsatz steht wörtlich in den allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters und ist im Zweifel der wichtigste.
Der Mechanismus, der oft übersehen wird: Wenn Cash Out bei Freiwetten ausgeschlossen ist, ist die Freiwette ein Instrument ohne Notausgang. Wer mit Echtgeld wettet, kann einen entstehenden Gewinn vorzeitig sichern; wer mit Freiwette wettet, nicht. Der Gratisschein zwingt also zum Durchhalten, und wer ihn auf eine langsame Kombiwette setzt, sitzt bis zum letzten Ereignis fest.
Dass Cash Out von den aktuellen Quoten abhängt und nicht garantiert ist, ist der zweite Punkt, an dem sich die Vorstellung vom „Notausgang“ von der Realität trennt. Es ist kein Vertragsanspruch, sondern ein Angebot, das der Anbieter in jedem Moment auch nicht machen darf. Wer ein Konto wegen eines solchen Features wählt, wählt keine Garantie.
Betano: die Inhaberfrage und die Reihenfolge des Antritts
Betano steht seit dem 19. Februar 2021 in der Whitelist, mit einer Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022. Als Anbieter der Sportwetten unter betano führt die GGL die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan auf Malta.
Die relevante Frage bei einem Anbieter, dessen Erlaubnis von der ersten Vergabewelle stammt und dessen Veranstaltergesellschaft eine Betreibergesellschaft ist, lautet nicht, ob er legal ist — die Whitelist beantwortet das —, sondern ob die Marke auf der Domain und die Gesellschaft im Hintergrund stabil bleiben. Ein Wechsel des Veranstalters würde in der Whitelist sichtbar werden, weil dort der Inhaber steht. Wer also eine Freiwette bei Betano plant, kann den entsprechenden Eintrag nach der ersten Prüfung in Ruhe weiterbeobachten.
Für den Neukunden heißt das praktisch: Betano gehört zu den Häusern, bei denen die Prüfliste nicht nur eine Formalie ist, sondern ein kurzer Blick auf die Gesellschaft, mit der man es zu tun bekommt.
VBet: seit Ende 2023 unter deutscher Aufsicht
VBet ist ein verhältnismäßig später Eintrag in dieser Tabelle. Die SCGO Limited als Veranstalterin der Sportwetten unter vbet hat ihren Sitz im Luxe Pavilion, Portomaso in St. Julian’s, Malta; die GGL verzeichnet die Sportwetten-Erlaubnis für Vbet.de seit dem 5. Dezember 2023.
Ein Erstdatum im Dezember 2023 heißt: Diese Marke hat den deutschen Markt in der Konsolidierungsphase betreten, nachdem die Regeln des GlüStV 2021 bereits in Kraft waren und die ersten Regulierungsrunden gespielt wurden. Wer hier einsteigt, bekommt kein Haus der ersten Stunde, aber ein Haus, dessen deutsche Veranstaltergesellschaft auf die damals bereits geltenden Bedingungen hin ausgerichtet wurde.
Wer eine Freiwette sucht, für die er kein Presseschlagzeilen-Risiko tragen will, findet hier den wenig spektakulären Fall: kein Ersteintrag der Anfangsphase, kein frisches Erstlingsdatum, sondern eine Marke mit klarer Zuständigkeit über zwei Jahre.
Sportwetten.de: der Anbieter mit dem Namen der Kategorie
Sportwetten.de ist in dieser Gruppe die einzige Marke, deren Name die ganze Kategorie abbildet, und das macht sie für einen Vergleich praktisch, weil nichts zwischen Marke und Produkt steht. Die Erlaubnis läuft seit dem 19. November 2020, mit einer Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022; als Inhaber führt die GGL die NetX Betting Limited.
Beim Willkommensangebot ist Sportwetten.de das unaufgeregte Haus in dieser Runde: 100 % der ersten Einzahlung, höchstens 100 €, sofort gutgeschrieben nach einer Ersteinzahlung von mindestens 10 €, maßgeblich ist die erste online getätigte Einzahlung. Kein Freischaltungsritual, keine Wett-Credits, keine Club-Staffel. Der Unterschied zu den Freiwett-Angeboten liegt in der Struktur: Bei einem Einzahlungsbonus gehört das Guthaben dem Spieler als Gutschrift, während ein Freebet ein Werkzeug mit Ablaufdatum bleibt.
Das Angebot passt zu einem Spieler, der sein Budget ohnehin einzahlen würde und den Bonus einfach mitnimmt. Wer nur wegen des Bonus einzahlt, fährt mit dem kleinsten verfügbaren Angebot besser.
bet365: Credits, Boost und der Wert der Freischaltung
bet365 ist in dieser Tabelle die Marke mit dem am aufwendigsten gestaffelten Angebot. Bis zu 100 € in Wett-Credits für Neukunden, freigegeben nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung, und Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht. Die Freischaltungsbedingung ist der Kern: Der Betrag ist nicht sofort spielbar, sondern an das eigene Wettvolumen gekoppelt — wer die Bedingung nicht erfüllt, hat kein Guthaben.
Dazu kommt ein Boost für den Wetten-Konfigurator bei 3 oder mehr Auswahlen und kombinierten Quoten von 2,00 oder höher sowie ein Gewinn-Boost für Kombiwetten, dessen Prozentsatz von der Zahl der Auswahlen abhängt. Der Mechanismus ist bekannt: Je mehr Auswahlen, desto mehr Prozent — und desto geringer die Trefferchance. Im Hilfezentrum von Bet365 sind darüber hinaus Wetten-Konfigurator, Gewinn-Boost, Cash Out, „Einwechslung+“ sowie „Wette teilen“ als Funktionen beschrieben.
Die Erlaubnis liegt bei der Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta, Ersterlaubnis vom 09.10.2020 mit Folgeerlaubnis vom 27.12.2022. Das ist die drittlängste Erlaubnisgeschichte in dieser Runde, und darauf folgt der Hinweis auf das Muster: Wer das Modell mit den Wett-Credits nicht durchschaut, versteht die Ankündigung „bis zu 100 €“ als Betrag und nicht als Schwelle.
Von der Kategorie zur Wahl: was ein Konto am ersten Tag und am dreißigsten kann
Die Anbieterliste ist kein Sprungbrett, sie ist eine Speisekarte mit Fußnoten. Wer zehn Bedingungen gelesen hat, weiß danach weniger, was er tun soll, als vorher. Die Auswahl des Hauses entscheidet sich an zwei Zeitpunkten, die überraschend wenig miteinander zu tun haben: am ersten Tag, wenn das Angebot schön aussehen soll, und nach dem dreißigsten Tag, wenn das Guthaben ausgezahlt wird.
Am ersten Tag zählt der Typ des Angebots. Eine Freiwette mit fixem Nennbetrag ist transparent in Höhe und Wert, auch wenn die fehlende Einsatzrückzahlung den Nennbetrag schrumpfen lässt. Ein Bonusgeld mit einer Umsatzbedingung wie der siebenmaligen Einsatzpflicht bei Tipwin oder dem fünffachen Betrag plus fünffacher Einzahlung bei bpremium ist nominell größer, aber der Freispielaufwand versteckt sich in der Bedingungszeile. Wett-Credits mit Freischaltung durch Wett-Volumen sind dagegen ein System, in dem man als Spieler den Anbieter erst verdienen muss, bevor man ihn nutzen darf. Für bet365 gibt es daher nur eine ehrliche Anleitung: Wer die Credits ohne Ärger will, liest die Qualifizierung in der Bedingung und prüft die eigene Bereitschaft, in der genannten Höhe zu wetten, bevor er ein Konto öffnet.
Nach dem dreißigsten Tag zählt vor allem die Frage nach dem Cashout. Wenn eine Wette mit Freiwette platziert wird, ist die vorzeitige Beendigung bei DAZN Bet ausgeschlossen, bei Sportingbet genauso, bei Interwetten ist Cash-Out für Freebets und Bonusgeld nicht verfügbar, bei Winamax ist es bei mit Freebets platzierten Wetten und bei Torschützenwetten, Systemwetten und Langzeitwetten nicht möglich, und bei MERKUR BETS ist es mit Freebet ebenfalls nicht möglich. Das Bild ist über alle Häuser hinweg identisch: Der Notausgang ist genau bei dem Guthaben verschlossen, das man umsonst bekommen hat. Wer hingegen mit Echtgeld spielt, hat bei den meisten Häusern zumindest die Chance darauf — und bleibt auch dort von der Tagesform abhängig, denn Cashout wird von den Anbietern nie garantiert, und Interwetten kann Cash-Out-Angebote laut seinen Sportbuch-Regeln ohne vorherige Ankündigung widerrufen oder deaktivieren.
Zwei Anlaufstellen, die niemand besucht und die die Auswahl klarer machen. Die erste ist die Whitelist: Dort steht, unter welcher Marke die Sportwetten-Erlaubnis läuft und seit wann. Die zweite sind die Bedingungen des Angebots selbst. Beides ist trocken; beides verhindert die häufigste Fehlentscheidung nach einem Freiwett-Angebot — mit einem Haus weiterzuarbeiten, das nur zufällig gerade eine Gratiswette bewirbt.
Der praktische Rat für einen Spieler mit einem Monatsbudget im unteren Bereich ist der unspektakulärste: Er sollte die Höhe des Angebots als letzte Angabe behandeln. Wichtiger ist, ob die Einzahlung im eigenen Tempo wieder herauskommt — und ob die Zahlungswege, die er selbst nutzt, den Bonus überhaupt qualifizieren. Ein Haus, bei dem die bevorzugte Zahlungsart nur die kleine Freiwette freischaltet, ist selbst dann die schlechtere Wahl, wenn die Werbung größer aussieht.
Wo ein Gratisschein ein Vertrag wird: Zahlen, die man sich vorher aufschreibt
Die zehn Anbieter decken die drei Muster ab, die in Deutschland möglich sind: ein echter Freebet ohne Umsatzbedingungen oder mit moderaten Bedingungen, ein klassisches Bonusgeld mit mehrfacher Einsatzpflicht und ein gestaffeltes Credit-Modell mit Freischaltung durch eigenes Wettvolumen. Kein Modell ist falsch, jedes hat einen Adressaten. Wer sich in der ersten Kategorie aufhält, bekommt weniger Nominalsumme und weniger Kleingedrucktes. Wer in der zweiten arbeitet, tauscht Zeit und Volumen gegen eine höhere Zahl. Wer in der dritten mitmacht, hat das System verstanden und sich entschieden, es mitzuspielen.
Drei Angaben sollten auf einem Zettel stehen, bevor irgendwo ein Konto geöffnet wird. Erstens der Typ des Angebots und der Umstand, ob es sich um eine Freiwette oder ein Bonusgeld handelt. Zweitens die Mindestquote, weil sie entscheidet, ob das Angebot überhaupt zu den eigenen Wettarten passt. Drittens die Frist — denn ein Bonus mit einer Woche Laufzeit ist ein anderes Produkt als einer mit zwei Monaten. Eine Freiwette, die verfällt, ist ein Wert, der nie existiert hat.
Die vierte Angabe ist moralischer Natur und in keinen Bedingungen zu finden. Ein Gratisschein, der zu einer Einzahlung über dem eigenen Monatsbudget führt, hat den falschen Adressaten gefunden. OASIS, LUGAS, das Einzahlungslimit und der Panikbutton existieren in einem Regime, das genau diese Situation vorsieht; wer auf einer Seite spielt, die an keines dieser Systeme angeschlossen ist, hat dieses Netzwerk nicht. Diese Seite hat keine Liste von Gewinnern, und sie braucht auch keine.
Häufige Fragen zur Freiwette und zu den Bedingungen
Was ist eine Freiwette bei Sportwetten?
Eine Freiwette ist ein Gratiswettschein eines Anbieters: Man platziert damit eine Wette, ohne eigenen Einsatz zu riskieren. Sie ist keine Zahlung, sondern eine Vertragsbedingung des Veranstalters, und ihre Höhe, Mindestquote und Frist stehen in dessen eigenen Bedingungen. Ihr Wert liegt immer unter dem genannten Nennbetrag.
Wird der Einsatz einer Freiwette mit dem Gewinn ausgezahlt?
Nein. Bei einer mit Freiwette platzierten Wette wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt, wie MERKUR BETS die Regel ausdrücklich formuliert. Bei einer Quote von 2,50 und einer 10-Euro-Freiwette liegen also nicht 25 € auf dem Konto, sondern 15 €. Der Freebet-Einsatz existierte nie als Gutschrift.
Woran erkennt man, ob eine Freiwette ohne Einzahlung an Bedingungen geknüpft ist?
An den Bedingungen selbst: Mindestquote, Aktivierungs- und Nutzungsfrist, Ausschluss von Cashout, Beschränkung auf eine Person, einen Haushalt oder eine Bankkarte. Ein echtes Null-Euro-Angebot führt bei lizenzierten Anbietern oft über eine sehr niedrige Mindesteinzahlung ab 1 € — wie bei MERKUR BETS zur Mitteilung vom 14.10.2024.
Wie prüft man auf der GGL-Whitelist, ob ein Anbieter eine Freiwette anbieten darf?
Man sucht die Marke in der öffentlichen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder und liest die Zeile mit der Sportwetten-Erlaubnis: genannte Marke, Veranstalter, Erstdatum. Ein Eintrag mit Sportwetten-Erlaubnis ist die Erlaubnis; eine Casino- oder Pferdewetten-Erlaubnis daneben erlaubt kein Sportwettenangebot.
Wie wirken Mindestquote und Umsatzbedingungen auf den Wert einer Freiwette?
Die Mindestquote verkleinert die Auswahl an passenden Wetten und schließt Außenseiterquoten aus, die den fehlenden Einsatzrückfluss eher ausgleichen. Umsatzbedingungen verlangen Umsatz statt Wert: Bei einer siebenmaligen Einsatzpflicht aus Einzahlung und Bonus entsteht bei 100 € Einzahlung ein Volumen von 1.400 €, aus dem die Marge je Schein abgeht.
Wie berechnet sich der Gewinn einer Freiwette bei einer Quote von 2,50, wenn der Einsatz nicht mitgezahlt wird?
Der ausgezahlte Betrag ist die Differenz aus Einsatz mal Quote und Einsatz, im Beispiel also 10 mal 2,50 minus 10 € und damit 15 €. Die Zahl auf dem Wettschein wäre 25 €, die Zahl auf dem Konto ist kleiner. Bei einer Quote von 2,00 halbiert sich der Wert, bei 5,00 fällt der Unterschied auf ein Fünftel.
Bonus – Kombiwetten-Bonus
Inhalt erstellt vom Team «Kombiwetten-Bonus»
