Bester Tour de France Wettanbieter 2026: die Rechnung hinter der Quote
Stand: 30. Oktober 2026 — Erlaubnisangaben geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Kein Anbieter verschenkt etwas. Jede Quote auf dem Wettschein ist ein Preis, und bezahlt wird er von dem, der setzt. Wer nach dem besten Anbieter für Tour-de-France-Wetten sucht, sucht in Wahrheit nach dem kleinsten Aufschlag auf eine faire Wette. Dieser Aufschlag hat einen Namen, den kaum eine Werbeseite ausspricht: die Marge.
Die Rundfahrt 2026 ist gefahren. Tadej Pogačar hat die Tour de France vom 4. bis 26. Juli 2026 gewonnen, 21 Etappen, 3.245 Kilometer, Start in Barcelona, Ziel in Paris. Alles abgerechnet. Wer jetzt einsteigen will, wettet auf die kommende Rundfahrt und auf Etappen, die noch nicht gefahren sind – und entscheidet dabei zuerst, bei wem er setzt.
Was eine Zwei-Weg-Quote wirklich kostet
Eine Quote ist ein Preis mit eingebauter Rechnung. Bei zwei Ausgängen zu je 1,90 lässt sich diese Rechnung in einer Zeile aufstellen: Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂). Zweimal 1/1,90 ergibt zusammen rund 1,0526, der Kehrwert davon liegt bei etwa 95 %. Der Markt zahlt also rund 95 % aller Einsätze zurück, und die Marge – der Anteil, der beim Veranstalter bleibt – liegt bei etwa 5 %.

Fünf Prozent klingen nach Rundungsfehler. Sie sind keiner. Wer über die drei Wochen der Rundfahrt 50 Wetten zu je 20 € setzt, hat 1.000 € umgesetzt. Bei einer Marge von 5 % wandern davon im statistischen Mittel rund 50 € zum Anbieter, unabhängig davon, wie viele Etappen tatsächlich richtig getippt wurden. Bei einem Markt, dessen Marge bei 8 % liegt, sind es 80 €. Der Unterschied zwischen zwei Anbietern ist damit größer als das, was ein gewöhnlicher Neukundenbonus beim einzelnen Wetter einbringt.
Das ist eine Bandbreite, keine feste Zahl. Sie hängt an der Zahl der Ausgänge, an der Sportart und daran, wie gut der Anbieter das Ergebnis vorherzusagen glaubt. Zwei Ausgänge, ein klar favorisiertes Feld: niedrige Marge. Zwanzig Sprinter mit offenem Ausgang: höhere Marge. Live, während die Etappe läuft: höher als vor dem Start. Ein Buchmacher mit 4 % Aufschlag gibt 96 Cent von jedem Euro zurück, einer mit 8 % nur 92 Cent. Über eine ganze Saison ist das keine Kleinigkeit, sondern der eigentliche Preisunterschied zwischen zwei Häusern.
Der Einsatz, den du nicht auf dem Schein siehst
Die Marge fällt bei jeder einzelnen Wette an, gewonnen oder verloren. Diesen Satz unterschätzt fast jeder, der zum ersten Mal einen Quotenvergleich liest. Ein Beispiel: Ein Wetter setzt zwölf Etappen lang je 25 € auf einen Gesamtsieger, also 300 € Gesamtumsatz. Bei 5 % Marge sind im Mittel 15 € Aufschlag abgeführt. Bei 8 % sind es 24 €. Der Bonus, mit dem die Marke ihn angelockt hat, liegt in derselben Größenordnung – nur dass die Marge garantiert anfällt und der Bonus an Bedingungen geknüpft ist.

Wer das einmal begriffen hat, liest Quotenseiten anders. Eine optisch längere Quote in einem Markt mit zwei Ausgängen ist fast immer ein echter Vorteil; eine kurze Quote in einem Markt mit fünfzehn Ausgängen sagt dagegen wenig, weil dort kaum jemand alle Wahrscheinlichkeiten sauber addiert. Die Marge ist damit das ehrlichste Vergleichskriterium, das ein Wetter hat: Sie steht nirgends als Zahl, aber sie steht in jeder Quote.
Warum „0 % Wettsteuer“ kein Quotenvorteil ist
Winamax wirbt im Footer seiner Website mit „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“. Der zweite Teil stützt sich auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball zwischen dem 01.04.2025 und dem 30.08.2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Das ist ein Spitzenplatz in weniger als der Hälfte der geprüften Fälle – und Radsport kommt in der Erhebung gar nicht vor.
Der erste Teil des Satzes ist eine Entscheidung des Anbieters, kein Naturgesetz. Die Sportwettensteuer betrifft den Veranstalter, nicht den Wetter, und ob sie an die Preise weitergegeben wird, steht in seinen Bedingungen. Eine Null in der Werbung sagt nichts darüber, wie die Quote daneben aussieht. Wer beides zusammen liest und daraus einen Vorteil ableitet, hat die Rechnung rückwärts aufgestellt.
Die Wettarten, mit denen die Rundfahrt gehandelt wird
Radsport liefert mehr Märkte als ein einzelnes Fußballspiel, weil ein Rennen drei Wochen dauert und aus 21 Teilstücken besteht. Der Gesamtsieg ist der klassische Markt und der einzige, der über die volle Distanz gebunden bleibt. Der Etappensieg liefert 21 Einzelmärkte, jeder mit eigener Quote und eigener Favoritenliste. Die Trikotwertungen kommen als vier eigene Märkte dazu: Gelb für die Gesamtwertung, Grün für die Punktewertung, das gepunktete Trikot für die Bergwertung, Weiß für die beste Nachwuchsfahrerin oder den besten Nachwuchsfahrer.
Duelle sind der vierte Typ, und für den Gelegenheitswetter der zugänglichste. Zwei Fahrer werden gegeneinander gestellt, und wer nur wissen will, ob A vor B ins Ziel kommt, muss nicht das halbe Feld einschätzen. Genau deshalb fällt die Marge hier am wenigsten auf – und genau deshalb lohnt der Vergleich in diesem Markt am wenigsten.
Die Ergebnisse der vergangenen Ausgabe taugen nur noch als Maßstab. Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG) gewann die Tour de France 2026 vor Remco Evenepoel (Red Bull-Bora-hansgrohe) und Isaac del Toro (UAE Team Emirates XRG). Mads Pedersen (Lidl-Trek) holte die Punktewertung, Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) die Bergwertung. Wer heute auf die nächste Rundfahrt setzt, kennt das Kräfteverhältnis von damals – und muss damit rechnen, dass der Anbieter es in seine Quoten längst eingerechnet hat.
Zwei-Weg, Drei-Weg, Kombination: wie die Marge wächst
Die Anzahl der Ausgänge ist der größte Einzelfaktor für die Höhe des Aufschlags. Ein Duell mit zwei Fahrern trägt eine schlanke Marge. Ein Etappensieg mit zwanzig realistischen Kandidaten trägt eine deutlich dickere. Der Gesamtsieg liegt dazwischen, weil das Feld der ernsthaften Anwärter überschaubar ist, die Bindung aber über drei Wochen läuft.
Am unangenehmsten wird es bei Kombinationen. Wer zwei Auswahlen zu je 1,90 kombiniert, erhält eine Quote von 3,61 – aber die Marge steckt jetzt zweimal im Preis, weil jeder einzelne Markt seinen Aufschlag mitbringt. Bei vier Auswahlen ist sie viermal enthalten. Das ist keine Betrugsmasche, sondern die schlichte Folge daraus, dass ein Anbieter für jeden Teilmarkt ein eigenes Risiko trägt. Wer Kombiwetten liebt, zahlt diesen Aufschlag mehrfach; wer ein Einzelduell spielt, zahlt ihn einmal.
Was die Quote über die Aussichten verrät – und was nicht
Eine Quote sagt nichts darüber, wer gewinnt. Sie sagt etwas über die Einschätzung des Anbieters und über den Aufschlag, den er für diese Einschätzung nimmt. Wer 1,90 auf einen Ausgang sieht, kann daraus keine Wahrscheinlichkeit von 52,6 % ableiten – dieser Wert entsteht erst nach Abzug der Marge. Die tatsächliche Wahrscheinlichkeit, die der Anbieter annimmt, liegt niedriger.
Für den Wetter ist der praktische Nutzen bescheiden und trotzdem real: Zwei Anbieter, derselbe Markt, zwei Quoten. Der längere Preis ist der günstigere – unabhängig davon, ob die Wette am Ende gewinnt. Wer einen ganzen Sommer lang auf diese Differenz achtet, sammelt mehr als jeder Bonus je gutmachen könnte.
Strecken, Etappen und Wertungen: der Spielplan des Radsports
Im Fußball beantwortet der Spielplan die Frage, wann gespielt wird. Im Radsport übernimmt das der Streckenverlauf. Welche Etappe ein Zeitfahren ist, welche über einen Pass führt, wann die Favoriten sich zeigen – das entscheidet über die Aussagekraft einer Quote mehr als der Name auf der Startseite eines Anbieters.
Die Rundfahrt hat diese Form über mehr als ein Jahrhundert entwickelt. Gegründet wurde sie von der Sportzeitung „L’Auto“; die erste Austragung begann am 1. Juli 1903 mit 60 Fahrern. Veranstalter ist seit 1992 die Amaury Sport Organisation (ASO). Seit dem Dopingskandal von 1998 liegt die Streckenlänge bei rund 3.500 km. Die kürzeste Tour war 1903 mit 2.428 km, die längste 1926 mit 5.745 km. Die Ausgabe 2026 kam auf 3.245 km über 21 Etappen.
Das Format hat sich verschoben und verschiebt die Märkte mit. Heute besteht die Rundfahrt meist aus zwanzig Etappen nach dem Grand Départ. Seit 2018 bestehen die Teams aus acht Fahrern, vorher aus neun; die 18 UCI WorldTeams sind zur Teilnahme verpflichtet. Die Gesamtwertung basiert auf den addierten Zeiten, und die Schlussetappe fällt seit 1967 immer auf einen Sonntag – der einzige Zeitpunkt im ganzen Rennen, den ein Wetter wirklich planen kann.
Bergetappe, Flachetappe, Zeitfahren: drei Wetten, drei Preise
Auf einer Bergetappe entscheidet der Kletterer, auf einer Flachetappe der Sprintzug, im Einzelzeitfahren die Form des Tages. Das Feld der realistischen Sieger schrumpft und wächst mit dem Profil – und die Marge folgt. Eine Bergetappe mit drei aussichtsreichen Fahrern liefert engere Quoten und einen schlankeren Aufschlag. Eine Flachetappe mit einem Dutzend Sprintern, die alle innerhalb von Sekunden liegen, lässt die Summe der Kehrwerte steigen und die Marge mit ihr.
Der Wetter sieht das, bevor er rechnet. Wenn auf einer Flachetappe fünf Fahrer zwischen 4,00 und 6,00 liegen, ist der Preis breiter gestreut als bei einer Bergetappe, auf der ein Solist bei 1,80 steht. Das ist keine Willkür, sondern die Versicherungsprämie für ein Ergebnis, das schwerer vorherzusagen ist. Wer dieses Muster kennt, liest eine Quotenseite in zwei Minuten.
Vier Trikots, vier Märkte
Die Wertungen sind nicht nur Fernsehbilder, sie strukturieren das Angebot. Gelb sammelt Zeiten, Grün Sprintpunkte, das gepunktete Trikot Bergpunkte, Weiß die Leistung der jungen Fahrer. Wer diese Logik kennt, kann einschätzen, ob eine Quote auf die Bergwertung plausibel ist oder nur nach Geschichte klingt.
Rekordsieger mit je fünf Gesamtsiegen sind Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault, Miguel Indurain und Tadej Pogačar (2020, 2021, 2024, 2025, 2026). Ein Detail, das für die Trikotmärkte praktisch ist: Diese Liste wächst nur, wenn ein Fahrer drei Wochen lang konstant liefert. Der Markt „Gesamtsieg“ honoriert Konstanz; der Markt „Etappensieg“ honoriert den einen guten Tag. Beide kosten unterschiedlich viel Marge.
Ein Hinweis zum Zeitpunkt, weil er die gesamte Auswahl bestimmt: Die Tour de France wird jedes Jahr gefahren. Die Ausgabe 2026 ist abgeschlossen, die nächste folgt 2027, ihr Streckenverlauf ist noch nicht festgelegt. Wer sich heute informiert, plant also für ein Rennen, dessen Berge noch nicht vermessen sind.
Zehn Anbieter, ein Vergleich
Die Tabelle ordnet die zehn Anbieter nach dem, was sich überprüfen lässt: wer die Erlaubnis hält und seit wann sie gilt. Lesenswert ist sie als Einstieg, entscheidend ist sie nicht – über den Preis einer Wette sagt sie nichts.
| Anbieter | Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| ODDSET | Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber Oddset Sportwetten GmbH | Erst 18.11.2020, Folge 15.12.2022 |
| Tiptorro | Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber Torro Tec Limited | Erst 30.06.2021, Folge 27.12.2022 |
| Winamax | Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber WINAMAX (Société anonyme) | Erst 29.06.2021, Folge 08.12.2022 |
| VBet | Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber SCGO Limited | Erst 05.12.2023 |
| Sportingbet | Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber Sportingbet (Deutschland) Limited | Erst 09.10.2020, Folge 21.12.2022 |
| Betano | Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber Betkick Sportsbetting Limited | Erst 19.02.2021, Folge 16.12.2022 |
| NEO.bet | Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber Greenvest Betting Limited | Erst 09.10.2020, Folge 22.12.2022 |
| Betway | Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber Betway Limited | Erst 09.03.2021, Folge 23.12.2022 |
| Bet3000 | Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber I.B.C. Sportsbetting Limited | Erst 22.04.2026 |
| Interwetten | Sportwetten-Erlaubnis; Inhaber Interwetten Gaming Limited | Erst 02.11.2020, Folge 27.12.2022 |
Die Spalte mit dem Erlaubnisdatum ist die einzige, die eine echte Aussage trägt, und selbst die ist begrenzt. Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre (§ 4c Abs. 1 GlüStV). Ein Enddatum führt die Liste nicht. Wer heute prüfen will, ob ein Anbieter noch erlaubt ist, muss die Liste selbst aufrufen – und ein Name mit .de am Ende beweist dabei nichts.
Ein Markt mit dreißig Einträgen, zehn davon auf dieser Seite
Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder enthielt im Snapshot vom 02.10.2026 dreißig Einträge: 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, und drei reine Pferdewetten-Inhaber. Die in diesem Artikel betrachteten zehn Anbieter sind eine Auswahl für den Radsportvergleich, nicht das ganze Feld. Fehlt eine Marke, ist sie deshalb nicht automatisch illegal – sie steht nur nicht in dieser Betrachtung.
Umgekehrt schneidet die Regel sauber: Wer nicht auf der Liste steht, hat keine deutsche Erlaubnis. Das ist die einzige Grenze, an der es nichts zu diskutieren gibt. Ein Anbieter mit Sitz in Malta und einem Eintrag für seine .de-Domain ist erlaubt; derselbe Anbieter mit einer Curaçao- oder Anjouan-Lizenz und ohne Eintrag ist es nicht. Der Sitz entscheidet nicht, der Eintrag entscheidet.
Die Erlaubnisliste führt zudem getrennte Bereiche: Sportwetten, Pferdewetten, virtuelle Automatenspiele, Online-Poker, Online-Casino. Ein Inhaber mit einer Casino-Erlaubnis darf deshalb noch lange keine Sportwetten veranstalten. Diese Unterscheidung ist bei Marken mit breitem Angebot wichtig – wer sein Konto bei einem Anbieter eröffnet, weil dort ein Casino glänzt, hat damit noch keinen Zugang zu dessen Sportwetten.
Was ein deutscher Anbieter überhaupt anbieten darf
Der Kern der Rechtslage lässt sich in einem Satz sagen: Sportwetten in Deutschland darf nur veranstalten, wer eine deutsche Erlaubnis hat. Erteilt wird sie von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale) auf Grundlage des GlüStV 2021, das seit dem 1. Juli 2021 gilt. Die Behörde erteilt die bundesweite Erlaubnis für das Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet nach § 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV, sie führt die Aufsicht und sie ahndet Verstöße (§ 28a). Die Steuer ist Sache des Finanzamts, nicht der Behörde.
Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts daraus sowie auf Vorkommnisse im Ereignis – als Einzel- oder Kombiwette (§ 21 Abs. 1). Der Anbieter darf nur Wettarten anbieten, die die GGL in seinem Sportwettprogramm genehmigt hat (§ 21 Abs. 5). Ausgeschlossen sind Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren – in der Praxis der Behörde zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich –, ferner manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Ahndung (§ 21 Abs. 1a). Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig.
Für Radsport ist ein zweiter Punkt entscheidend, der oft übersehen wird. Nach § 21 Abs. 4 GlüStV sind Live-Wetten während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten zulässig, in denen solche Ereignisse selten sind. Im Fußball ist das „nächstes Tor“ erlaubt, im Tennis der nächste Satz. Der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball sind es nicht.
Übersetzt auf eine Bergetappe heißt das: Der Etappenausgang ist der zulässige Live-Markt. Zwischenstände, Ausreißergruppen, der Abstand am Gipfel – daraus lässt sich keine erlaubte Live-Wette bauen. Wer während einer Etappe „live dabei“ sein will, stößt sehr schnell an die Grenze dessen, was der Gesetzgeber genehmigt hat. Cash Out ist davon getrennt zu betrachten: Dazu gibt es keine gesetzliche oder behördliche Regel, es bleibt ein Merkmal des jeweiligen Anbieters und gilt zu seinen Bedingungen.
Ein weiteres Feld bleibt geschlossen: E-Sport ist nach Angabe der GGL kein anerkannter Sport, lizenzierte E-Sport-Wetten gibt es in Deutschland nicht. Auszahlungen erfolgen erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses – bei einem Fußballspiel nach dem Abpfiff, bei einer Etappe nach dem Zieleinlauf. Ein Einsatzlimit pro Wette kennt das Gesetz nicht; wer eine Grenze braucht, findet sie beim Einzahlen, nicht beim Setzen.
Wie man eine Erlaubnis in zwei Minuten prüft
Die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist der einzige Test. Wer sie öffnet, sucht den Domainnamen und liest daneben den Inhaber und das Erlaubnisdatum. Für bet365 etwa findet sich dort die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta, mit dem Stand der Liste vom 2. Oktober 2026. Oktober 2026. Der Anbieter sitzt also im Ausland, und trotzdem ist die deutsche Domain erlaubt – weil die Behörde ihm die Erlaubnis für genau diese Domain erteilt hat.
Diese Prüfung ist kein Formalismus, sie ist der eigentliche Unterschied zwischen zwei Arten von Anbietern. Bei einem erlaubten Haus gibt es eine Aufsicht, ein Streitschlichtungsverfahren und eine Adresse in Halle. Bei einem nicht erlaubten gibt es einen Server irgendwo und eine Nutzungsbedingung, in der die eigene Zuständigkeit ausgeschlossen wird.
Wenn die Erlaubnis fehlt
Ohne deutsche Erlaubnis ist das Veranstalten von Sportwetten unerlaubtes Glücksspiel (§ 4 Abs. 1 GlüStV). Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Lizenz hat in Deutschland keine Bedeutung. Die GGL warnte am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten „wie etwa Platincasino“. Das ist kein Rundbrief, sondern der Hinweis auf ein konkretes Risiko: Bei einem nicht erlaubten Anbieter gibt es keine deutsche Aufsicht und keinen deutschen Rechtsweg.
Das Strafrecht kennt den § 284 StGB: Veranstalten bis zu zwei Jahre Freiheitstrafe oder Geldstrafe, Werbung bis zu einem Jahr. Die Teilnahme kann nach § 285 StGB bis zu sechs Monate oder eine Geldstrafe kosten. Ob einzelne Spieler tatsächlich verfolgt werden, ist nicht belegt – daraus folgt weder ein Freibrief noch eine Drohkulisse. Wer die Frage dramatisiert, verkauft etwas; wer sie für erledigt erklärt, verschweigt etwas.
Die zivilrechtliche Seite ist in Bewegung. Der Bundesgerichtshof legte dem EuGH am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou hielt es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten; die Ausnahme betrifft Fälle, in denen Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.
Daraus folgt kein Rückzahlungsanspruch für irgendjemanden. Es folgt eine Erkenntnis über das Tempo solcher Verfahren: Wer auf diesem Weg zu seinem Geld kommen will, braucht einen Anwalt und mehrere Jahre. Als Plan ist das untauglich.
Was den erlaubten Weg teuer macht
Der erlaubte Anbieter kostet den Wetter mehr als die Marge. Er kostet Bequemlichkeit. Vor der ersten Wette steht die vollständige Verifikation. Bis sie abgeschlossen ist, darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spiel erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Deshalb dauert die erste Einzahlung bei einem legalen Haus manchmal einen Tag länger – und deshalb nimmt ein Haus ohne Erlaubnis sie sofort an.
Dazu kommt das Standard-Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei (§ 6c Abs. 1 GlüStV). Ein höheres Limit für eine Einzelperson setzt eine Erlaubnis voraus, die es dem Anbieter gestattet, und verlangverifiable Belege der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit – eine Selbstauskunft genügt nicht. Eine Senkung wird sofort wirksam, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. Das ist keine Schikane, sondern eine Bremse, die genau dann greift, wenn jemand sie nicht mehr selbst betätigt.
Parallelspielen ist nach § 6h GlüStV verboten, und die Aktivitätsdatei macht es sichtbar. Wer meint, er könne das Limit umgehen, indem er bei drei Anbietern gleichzeitig spielt, verstößt gegen die Regel und riskiert die Konten. Ein erlaubter Anbieter kostet diesen Umweg. Genau das ist sein Wert.
Wo das Geld hinfließt, bevor es ausgezahlt wird
Zahlungen bei einem erlaubten Anbieter sind nicht anonym. Nach § 6b Abs. 4 GlüStV sind Einzahlungen nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut möglich. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Sportwetten heraushält – und der erklärt, warum die Auswahl der Zahlungsmethoden bei legalen Häusern kleiner ist als bei Offshore-Seiten.
Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht in seinen Bedingungen. Für den Vergleich hier ist das eine Variable, die man am Wettschein selbst prüft, nicht an einem Werbebanner. Festgehalten sei, was für alle zehn gilt: Das Spielerguthaben liegt auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7 GlüStV). Wer bei einem nicht erlaubten Anbieter spielt, hat diesen Anspruch nicht; wenn die Firma in Schwierigkeiten gerät, ist das Guthaben Teil der Insolvenzmasse.
Die Sportwettensteuer ist der zweite Kostenposten, und hier lohnt Genauigkeit. Nach §§ 16-25 RennwLottG beträgt sie 5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer (rund 5 % des eingezahlten Betrags) (§§ 17, 18). Bezogen auf den tatsächlich eingezahlten Betrag sind das rund 5,03 % (5,3 / 105,3). Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Wetter (§ 19). Diese Zahl ist damit falsch, auch wenn sie überall zu lesen ist. Die Differenz zwischen beiden Lesarten liegt bei einem Einsatz von 100 € bei knapp 27 Cent – klein, aber sie zeigt, ob jemand die Norm gelesen oder abgeschrieben hat.
Ob und wie ein Anbieter die Steuer weitergibt, ist seine Entscheidung und nur aus seinen eigenen Bedingungen zu belegen. Wer mit „0 % Wettsteuer“ wirbt, wirbt mit einer Entscheidung, nicht mit einem Gesetz. Interessant ist ein Nebeneffekt: Die Steuer fällt auch bei unerlaubten Anbietern an. Eine Quittung über gezahlte Steuer ist deshalb kein Nachweis einer Erlaubnis.
Ob private Gewinne aus Sportwetten steuerpflichtig sind, lässt sich hier nicht in einem Satz klären. Wer es genau wissen muss, fragt einen Steuerberater. Für die Wahl des Anbieters ändert die Antwort nichts.
Drei Wochen Rennen, drei Wochen Gelegenheit
Die Tour de France ist kein einzelner Abend. 21 Etappen, Ruhetage dazwischen, drei Wochen. Wer über die volle Distanz dabei ist, setzt über Wochen – und genau darin liegt ein Risiko, das mit der Quotenhöhe nichts zu tun hat. Eine Rundfahrt bietet mehr Gelegenheiten zum Weiterspielen als ein einzelnes Spiel. Wer sein Budget nicht vorher festlegt, legt es unterwegs fest, und zwar selten rational.
Der Gesetzgeber hat dafür Werkzeuge vorgesehen, und bei erlaubten Anbietern sind sie verpflichtend. Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter ist die erste Schranke, die LUGAS-Limitdatei setzt sie durch – auch anbieterübergreifend. Wer bei einem Haus ausgeschöpft hat, kann nicht beim zweiten weitermachen. Das ist der wichtigste Unterschied zu einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis: Er hängt an keinem Register.
Die OASIS-Sperrdatei (§§ 8, 8a GlüStV) ist das bundesweite Sperrsystem, abgefragt bei der Registrierung und bei jedem Login. Wer sich dort mit Angabe eines Zeitraums sperren lässt, ist mindestens drei Monate gesperrt; ohne Angabe mindestens ein Jahr. Der Panikbutton (§ 6i Abs. 3 GlüStV) löst dagegen eine sofortige 24-stündige Sperre aus. Er ist kein Ersatz für eine dauerhafte Sperre, aber er funktioniert in dem Moment, in dem jemand die Kontrolle über den Abend verliert.
Teilnehmen darf man ab 18 (§ 4 Abs. 3 GlüStV), ein Konto pro Anbieter mit vollständiger Verifikation (§ 6a). Wer sich Hilfe sucht, findet sie bei den Beratungsstellen der Suchthilfe und bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; die Anbieter müssen auf solche Anlaufstellen hinweisen. Diese Sätze stehen hier ohne Ironie, weil sie zu den wenigen gehören, an denen ein Witz fehl am Platz wäre.
Die Regeln gelten für Anbieter mit deutscher Erlaubnis. Ein Offshore-Haus ist weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen. Kein Schutz durch die Sperrdatei, kein Einzahlungslimit aus dem Register, kein deutscher Rechtsweg. Der oft genannte Vorteil höherer Limits ist derselbe Mechanismus, nur von der anderen Seite gelesen: Wer ein Limit braucht, hat dort keines.
Die zehn Anbieter im Einzelnen
Reihenfolge und Auswahl folgen der Whitelist, nicht einer Bewertung. Jeder Abschnitt nennt, was die Marke auszeichnet, und schließt mit einer Einschätzung, die aus den Angaben folgt.
ODDSET: der Platzhirsch mit Filialnetz und langer Erlaubnis
ODDSET kommt mit dem breitesten Vertriebsweg dieser Gruppe. Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte der ODDSET Sportwetten GmbH mit Bescheid vom 15.12.2022 die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb; Aufsichtsbehörde ist die GGL. Die Whitelist führt für Oddset den Inhaber Oddset Sportwetten GmbH, mit Erstdatum 18.11.2020 und Folgeerlaubnis vom 15.12.2022. Damit steht die Marke seit über fünf Jahren im erlaubten Markt – die längste nachweisbare Verankerung neben Sportingbet, NEO.bet und Interwetten, die am selben Herbsttag starteten.
Bemerkenswert ist das Nebeneinander von Internet und stationärem Vertrieb, weil das in dieser Auswahl einzigartig bleibt und in der Erlaubnis ausdrücklich mitgeführt wird. Für Radsport bedeutet es konkret: Wer eine Wette in einer Filiale abgeben und die Auszahlung dort abholen will, findet hier den einzigen Weg dieser Art unter den zehn.
Die Einschätzung: Die Marge eines Hauses mit Filialnetz ist in der Regel nicht die schlankste, weil der Betrieb etwas kostet, das eine reine Online-Plattform nicht bezahlt. Wer die rechtliche Verankerung über den letzten Zehntelpunkt der Quote stellt und ein Netz aus Annahmestellen als echten Vorteil sieht, ist hier richtig. Wer auf einem einzelnen Etappenmarkt den längsten Preis sucht, wird woanders fündig.
Tiptorro: die App-Marke mit kurzem Weg zum Wettschein
Tiptorro tritt fast ausschließlich mobil auf. Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited (Malta) angeboten; diese beschreibt sich als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der GGL. Die Whitelist bestätigt das: Für Tiptorro führt sie die Torro Tec Limited, Erstdatum 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022.
Die Marke ist damit seit Sommer 2021 erlaubt und hat die erste Fünfjahresperiode mit einer Folgeerlaubnis abgeschlossen – ein Vorgang, den nicht jede junge Marke schafft. Ein Filialnetz gibt es nicht, dafür einen Aufbau, der auf den Daumen zugeschnitten ist.
Die Einschätzung: Bei einer Rundfahrt, die 21 Tage dauert, entscheidet die Geschwindigkeit der App darüber, ob eine Live-Wette überhaupt abgegeben wird, bevor die Quote wandert. Tiptorro ist für diesen Rhythmus gebaut – und wer stattdessen eine breite Produktpalette mit Casino, Live-Streaming und Filialen sucht, wird hier die falsche Zielgruppe sein. Der Vergleich mit den großen Häusern entscheidet sich nicht am Markennamen, sondern am konkreten Markt einer Etappe.
Winamax: die Marke, die den Quotenvergleich zum Werbesatz macht
Winamax setzt die Quote selbst als Argument ein und liefert die Belege gleich mit. Im Footer wirbt die Marke mit „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“; die Aussage verweist auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball vom 01.04.2025 bis 30.08.2025, nach der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Die Whitelist führt für Winamax den Inhaber WINAMAX (Société anonyme), Erstdatum 29.06.2021, Folgeerlaubnis 08.12.2022.
Was die Studie trägt und was nicht: Sie deckt drei Sportarten ab, Radsport ist nicht darunter. Die 45 % bedeuten einen ersten Platz in weniger als der Hälfte der geprüften Fälle – ein Vorsprung, kein Monopol. Wer den Werbesatz für die Sache selbst hält, überzieht ihn.
Die Einschätzung: Wenn die Quotenhöhe das Hauptkriterium ist, gehört Winamax in die Auswahl, weil die Marke sich an dieser Messlatte messen lassen will und das selbst belegt. Der Haken liegt genau darin: Der Beleg betrifft andere Sportarten. Für eine Bergetappe bleibt nur der eigene Vergleich zweier Quotenseiten, und der dauert wenige Minuten.
VBet: der jüngste Inhaber im Feld
VBet ist der späteste Zugang dieser Auswahl. Die SCGO Limited, Veranstalterin der Sportwetten unter Vbet, sitzt im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, St. Julian’s, Malta. Julian’s, Malta. Die GGL verzeichnet die Sportwetten-Erlaubnis für Vbet seit dem 5. Dezember 2023 – ein Erstdatum, keinen Folgebescheid.
Damit ist die Marke seit knapp drei Jahren erlaubt. Eine Folgeerlaubnis wäre nach Ablauf der ersten Fünfjahresperiode zu erwarten, also nicht vor 2028. Wer heute setzt, setzt bei einem Anbieter in der zweiten Hälfte seiner ersten Erlaubnisperiode.
Die Einschätzung: Eine kürzere Historie ist kein Mangel, aber sie ist eine Information. Junge Marken müssen sich über Preise profilieren, weil sie keinen Ruf zu verteidigen haben – das kann dem Wetter nützen. Es kann ihn aber auch treffen, wenn die Preisgestaltung nach dem Aufbau der Kundschaft gedreht wird. Wer diesen Test wagen will, findet hier einen Kandidaten; wer Konstanz über Jahre braucht, wartet auf die Folgeerlaubnis.
Sportingbet: der Konfigurator mit breitem Sportangebot
Sportingbet legt den Schwerpunkt auf das Zusammenstellen der Wette. Der Anbieter führt im Wettangebot einen „Konfigurator+“ sowie Live-Wetten; zu den Sportarten zählen unter anderem Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker. Die Whitelist führt für Sportingbet die Sportingbet (Deutschland) Limited, Erstdatum 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022.
Die Marke steht seit Herbst 2020 im erlaubten Markt und hat eine Folgeerlaubnis hinter sich. Die Sportliste ist eine Auswahl und keine Garantie für jeden Markt; Radsport erscheint darin nicht ausdrücklich.
Die Einschätzung: Der Konfigurator+ kombiniert Auswahlen aus verschiedenen Partien – ein Werkzeug für Kombiwetten-Fans. Genau dort liegt aber auch die Kostenfalle, denn jede Auswahl bringt ihre eigene Marge mit. Wer Kombinationen baut, sollte die Anzahl der Auswahlen im Blick behalten statt der Höhe der Gesamtquote. Ob Radsport hier eine tragende Rolle spielt oder am Rand läuft, klärt ein Blick in das Wettprogramm zur nächsten Rundfahrt.
Betano: die Plattform mit den meisten Zusatzfunktionen
Betano kommt mit der breitesten Zusatzausstattung dieser Gruppe. Die App „Betano Sportwetten und Slots“ wird im Apple App Store von der KAIZEN GAMING INTERNATIONAL LIMITED angeboten; die Entwicklerbeschreibung nennt Bet Builder – das Kombinieren mehrerer Märkte eines Spiels –, Cash Out und Live-Streaming unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. Die Whitelist führt für Betano die Betkick Sportsbetting Limited, Erstdatum 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022.
Die genannten Streaming-Inhalte sind Fußball, Tennis, Basketball und American Football. Radsport ist nicht darunter. Wer zu einer Bergetappe einen Live-Stream erwartet, sollte das nicht annehmen – und wer ihn sucht, sollte vorher im Programm nachsehen, statt es beim Anbieterwechsel zu entdecken.
Die Einschätzung: Bet Builder multipliziert die Marge mit der Zahl der kombinierten Märkte; Cash Out ist ein zweites Geschäft zu eigenen Bedingungen, kein Ausweg aus einer schlechten Position. Wer beides bewusst einsetzt und den Preis dafür einkalkuliert, findet hier das vollständigste Werkzeug. Wer den kleinsten Aufschlag auf eine einzelne Wette sucht, zahlt für Funktionen, die er nicht nutzt.
NEO.bet: der erfahrene Inhaber ohne Spektakel
NEO.bet gehört zu den Anbietern mit der längsten Erlaubnisgeschichte. Die Whitelist führt für NEO.bet die Greenvest Betting Limited als Betreiberin, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Das Erstdatum fällt auf denselben Tag wie das von Sportingbet.
Die Marke steht damit seit Herbst 2020 im erlaubten Markt und hat die erste Periode abgeschlossen. Das ist keine Pointe, aber ein belastbarer Punkt: Die behördliche Prüfung wurde zweimal durchlaufen. Große Zusatzausstattung wie Bet Builder oder Live-Streaming gehört nicht zu den Angaben, die über die Marke vorliegen.
Die Einschätzung: Wer eine unauffällige, lange Erlaubnisgeschichte höher bewertet als eine lange Liste von Funktionen, findet hier eine solide Basis. Die Kehrseite heißt Verzicht: Wer während einer Etappe zwischen mehreren Bildschirmen wechseln will, braucht dafür andere Anbieter. Als Haus zum Setzen einzelner Etappenmärkte erfüllt NEO.bet die Voraussetzungen, die diese Seite überhaupt prüfen kann.
Betway: Cash Out in Teilbeträgen
Betway hat den Cash Out prominent in seiner App platziert. Beim Betway-Cash-Out erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“; der Wert der Wette wird angezeigt, ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Betway führt zudem einen Wettkonfigurator für Fußballspiele, wobei der Konfigurator+ Auswahlen aus verschiedenen Partien kombiniert. Die Whitelist führt für Betway die Betway Limited, Erstdatum 09.03.2021, Folgeerlaubnis 23.12.2022.
Die Teilauszahlung ist der interessantere Teil dieser Beschreibung, weil sie den Einsatz teilweise sichert und den Rest der Wette stehen lässt. Das ist bei einer Rundfahrt mit drei Wochen Laufzeit praktisch: Ein Wetter kann nach einer starken ersten Woche einen Teil herausnehmen und die Wette auf den Gesamtsieg weiterlaufen lassen.
Die Einschätzung: Der angezeigte Wert der Wette folgt der aktuellen Quotenschätzung des Anbieters, nicht einer Garantie – wer zum falschen Moment aussteigt, tauscht eine gute Position gegen einen mittelmäßigen Betrag. Betway ist damit eine Option für den, der Cash Out aktiv als Werkzeug nutzt und bereit ist, den richtigen Moment selbst zu bestimmen. Für den, der sein Geld einfach bis zum Ziel liegen lassen will, ist die Funktion kein Kriterium.
Bet3000: der Neuling mit frischer Erlaubnis
Bet3000 ist der jüngste Erlaubnisinhaber der Gruppe. Als Veranstalter der Sportwetten unter Bet3000 führt die GGL die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta; die Erlaubnis für Bet3000 ist dort mit dem Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet.
Ein Erstdatum im April 2026 bedeutet, dass die Marke zum Zeitpunkt des Whitelist-Stands erst wenige Monate erlaubt war. Eine Folgeerlaubnis kann es noch nicht geben. Wer hier setzt, setzt legal – aber bei einem Haus, das sich im deutschen Markt noch beweisen muss.
Die Einschätzung: Ein junger Anbieter ist nicht der schlechtere Anbieter. Er ist der Anbieter, über den am wenigsten bekannt ist. Wer bereit ist, die Quoten selbst zu vergleichen und die Bedingungen selbst zu lesen, kann bei einem Neuling profitieren, weil Neulinge um Aufmerksamkeit werben. Wer eine Historie braucht, auf die er sich verlassen kann, hat hier zu wenig Material – die relevanten Etappenmärkte der nächsten Rundfahrt stehen ohnehin erst mit dem Streckenverlauf fest.
Interwetten: der bekannte Name mit langer Marktpräsenz
Interwetten führt die zweite Marke mit einem Erstdatum aus dem Herbst 2020. Die Whitelist nennt für Interwetten die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne’ Point, Sliema, Malta, mit Erstdatum 02.11.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022.
Die Marke ist seit über fünf Jahren erlaubt und hat die erste Periode abgeschlossen. Lange Marktpräsenz ist für sich genommen kein Qualitätsmerkmal, aber ein Hinweis darauf, dass ein Geschäftsmodell über Jahre trägt. Der Sitz in Malta ist dabei der Normalfall – er findet sich bei fast allen zehn Anbietern dieser Auswahl.
Die Einschätzung: Wer eine breit bekannte Marke sucht und den Sitz im Ausland nicht als Widerspruch zur deutschen Erlaubnis liest, findet hier eine der am längsten etablierten Adressen. Der entscheidende Test bleibt derselbe wie bei allen anderen: der Vergleich der Quote in dem Markt, der tatsächlich gespielt wird. Ein bekannter Name gewinnt keine Wette und senkt keine Marge.
Was die Entscheidung am Ende bestimmt
Zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis, Erstdaten zwischen November 2020 und April 2026, Inhaber mit Sitz in Malta oder Deutschland. Die Tabelle „Zehn Anbieter, ein Vergleich“ beantwortet die Frage, ob ein Haus erlaubt ist. Sie beantwortet nicht die Frage, welches Haus günstig ist. Das sind zwei verschiedene Fragen, und die zweite ist die, die den Geldbeutel betrifft.
Drei Größen tragen die Kosten. Die erste ist die Marge der Märkte, die tatsächlich gespielt werden: Eine Zwei-Weg-Wette zu je 1,90 zahlt rund 95 % zurück, rund 5 % bleiben beim Anbieter; bei einem Markt mit mehreren Ausgängen oder mit Live-Wetten fällt dieser Aufschlag höher aus, und über eine ganze Rundfahrt summiert er sich zu mehr als dem, was ein üblicher Neukundenbonus einbringt. Die zweite ist die Sportwettensteuer von 5,3 % auf die Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags, geschuldet vom Veranstalter, dessen Weitergabe an die eigenen Bedingungen gebunden ist. Die dritte ist die Grenze, die ein erlaubter Anbieter zieht: 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter, die vollständige Verifikation vor der Auszahlung, keine anonymen Zahlungsmittel.
Diese drei Größen kosten Geld, Zeit oder Bequemlichkeit. Sie sind der Preis dafür, dass ein deutscher Anbieter zur Rechenschaft gezogen werden kann – mit einer Aufsicht in Halle, einem Treuhandkonto für das Guthaben und einer Auszahlung binnen fünf Werktagen. Ein Haus ohne Erlaubnis nimmt diesen Preis nicht auf sich und gibt dafür genau den Schutz auf, den ein Wetter sucht, sobald etwas schiefgeht.
Die Wahl lässt sich nicht auf eine Marke verkürzen. Sie lässt sich auf eine Reihenfolge verkürzen: erst die Erlaubnis prüfen, dann die Quote des Marktes vergleichen, der wirklich gespielt werden soll, dann die Bedingungen lesen, die für genau diesen Markt gelten. Wer in dieser Reihenfolge arbeitet, braucht keine Empfehlung.
Häufige Fragen zu Tour-de-France-Wettanbietern
Wo kann in Deutschland legal auf die Tour de France gewettet werden?
Nur bei Anbietern, die auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder stehen. Diese Liste ist der einzige gültige Nachweis einer deutschen Erlaubnis, und das GlüStV 2021 knüpft daran das Recht, Sportwetten im Internet zu veranstalten. Die in diesem Artikel aufgeführten Anbieter stehen dort mit ihrer Sportwetten-Erlaubnis.
Welche Wettarten gibt es bei der Tour de France, etwa Gesamtsieg, Etappensieg oder Trikotwertung?
Die wichtigsten sind Gesamtsieg, Etappensieg, die vier Trikotwertungen und Duelle zwischen zwei Fahrern. Erlaubt sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts daraus, als Einzel- oder Kombiwette. Der Anbieter darf nur Wettarten anbieten, die die GGL in seinem Sportwettprogramm genehmigt hat.
Wann fand die Tour de France 2026 statt, und lässt sich darauf noch wetten?
Die Rundfahrt 2026 lief vom 4. bis 26. Juli 2026, mit Start in Barcelona und Ziel in Paris, über 21 Etappen und 3.245 Kilometer. Sie ist abgerechnet, Wetten darauf sind nicht mehr möglich. Die nächste Austragung folgt 2027; ihr Streckenverlauf steht noch nicht fest.
Welche Livewetten sind während einer laufenden Etappe nach dem Glücksspielvertrag zulässig?
Nach § 21 Abs. 4 GlüStV sind während eines laufenden Ereignisses nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten mit seltenen Ereignissen erlaubt. Für Radsport heißt das: Wetten auf den Etappenausgang sind zulässig, Wetten auf Zwischenstände nicht.
Wie berechnet sich die Auszahlung einer Gesamtsieg-Wette aus Einsatz und Quote, und was bedeutet die Marge?
Der Rückfluss ergibt sich aus Einsatz mal Quote. Bei 20 € Einsatz und einer Quote von 5,00 sind das 100 € Rückfluss, also 80 € Gewinn. Die Marge steckt bereits in der Quote: In einem Zwei-Weg-Markt mit je 1,90 werden rund 95 % der Einsätze zurückgezahlt, etwa 5 % bleiben beim Veranstalter.
Wie wird die Sportwettensteuer von 5,3 % bei Radsportwetten berücksichtigt?
Sie betrifft die Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ und damit rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Wetter. Ob und wie ein Anbieter sie weitergibt, steht in seinen eigenen Bedingungen; „5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer (rund 5 % des eingezahlten Betrags)“ ist die falsche Zahl.
Sportarten – Kombiwetten-Bonus
Inhalt erstellt vom Team «Kombiwetten-Bonus»
