Deutsche Erlaubnis als Eintrittskarte – zehn Sportwettenanbieter im ehrlichen Vergleich

Updated Oktober 2026
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Datenstand: 30. Oktober 2026; die Erlaubnisangaben wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder und die Impressen der Anbieter abgeglichen.

Ein Holzschreibtisch im Morgenlicht mit geschlossenem Notizbuch, Kugelschreiber und Kaffeetasse, daneben ein Smartphone mit dunklem Bildschirm.
Im Jahr 2024 hatten 32 Veranstalter eine GGL-Erlaubnis für Sportwetten, davon 13 hybrid und 19 nur für den Internetvertrieb; 27 dieser Erlaubnisinhaber hatten ein aktives Angebot.

Zwei Zahlen, die sich nicht widersprechen, aber unterschiedlich klingen. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder nennt für den Online-Glücksspielmarkt in Deutschland eine Kanalisierungsquote von 77 % — nach der zugrunde liegenden Erhebung entfielen 23 % des Marktvolumens des Jahres 2024 auf unerlaubte Angebote. Für den Sportwettenmarkt hatte dieselbe Behörde auf Basis von Steuerdaten des Bundesministeriums der Finanzen für 2022 noch eine Quote von deutlich über 95 % gemeldet. Zwischen diesen beiden Messungen liegen zwei Jahre und zwei verschiedene Erhebungswege; zugleich stieg die Zahl der Untersagungsverfahren von 68 im Jahr 2022 auf 287 im Jahr 2025.

Was das für den einzelnen Wettschein bedeutet, ist der Kern dieser Seite. Eine deutsche Erlaubnis ist keine Auszeichnung für ein Produkt, sondern eine Prüfung des Veranstalters. Sie sagt, wer eine Wette annehmen darf — nicht, ob die Quote gut ist, nicht, ob das Bonusangebot günstig ist, und erst recht nicht, ob morgen ein Favorit gewinnt. Wer den Bescheid mit dem Sportwettprogramm verwechselt, zahlt die Differenz selber.

Warum die Whitelist die einzige belastbare Prüfung ist

Der amtliche Nachweis ist eine Liste. Kein Siegel, keine Auszeichnung, keine Bewertung. Die Behörde veröffentlicht nach § 9 Abs. 8 GlüStV eine Übersicht der Inhaber von Erlaubnissen, und ein Veranstalter darf Sportwetten nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 in Verbindung mit § 27f Abs. 1 GlüStV nur dann im Internet anbieten, wenn er dort steht und die Domain, unter der er auftritt, dort geführt wird.

Ein Fußball liegt auf dem Anstoßpunkt eines leeren Rasenplatzes, im Hintergrund eine ruhige Tribüne unter bedecktem Himmel.
Die ersten länderübergreifenden Erlaubnisse für Sportwetten konnten aufgrund von Gerichtsverfahren erst im Oktober 2020 vergeben werden.

Der Blick auf den Eintrag ist unbequemer als der Blick auf das Logo. Unter der Übersicht steht nämlich nicht „Anbieter“ mit Markennamen und Punktwert, sondern der Rechtsträger mit Firmensitz, daneben die Domains und die Erlaubnisdaten. Für Bet3000 zum Beispiel ist dort die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema auf Malta verzeichnet, mit einem Erstdatum 22. April 2026. Wer die Marke kennt und den Firmennamen nicht, steht vor einem Rätsel — und genau davor soll er stehen, weil eine Marke beliebig oft weiterverkauft und umbenannt werden kann, eine Erlaubnis nicht.

Firmensitz im Ausland ist normal, nicht verdächtig

Ein erheblicher Teil der Whitelist-Inhaber sitzt auf Malta. Für Sportwetten.de ist die NetX Betting Limited mit Anschrift in Birkirkara geführt, für Leovegas die LVSports Limited, für Admiralbet die Greentube Betting Malta Limited, für bet-at-home die Bet-at-home.com Internet Limited. Für Betano verzeichnet die Liste die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, für NEO.bet die Greenvest Betting Limited.

Das sieht auf den ersten Blick nach Steueroase aus und ist etwas anderes. Der Sitz sagt, wo der Rechtsträger gegründet wurde. Er sagt nicht, nach welchem Recht er Wetten annimmt: Bei Sportwetten geht es um die Norm darüber, wer Wetten für Spielende in Deutschland veranstalten darf, und die stellt der Veranstalter nicht in den eigenen Statuten auf. Jeder dieser Rechtsträger steht mit konkreter Domain in der amtlichen Übersicht, und die Behörde beaufsichtigt ihn dort. Auslandsgesellschaft mit deutscher Domain ist die Regel dieser Branche, nicht die Ausnahme.

Was der Sitz allerdings real kostet, ist Durchsetzung. Ein Verfahren gegen eine maltesische Gesellschaft ist aufwendiger als gegen eine deutsche. Wer auf der Liste steht, hat diesen Nachteil für den Spieler schon abgeräumt.

Was eine Erlaubnis nicht mitbringt

Ein Sportwetten-Titel deckt Sportwetten. Mehr nicht. Für virtuelle Automatenspiele braucht derselbe Rechtsträger eine eigene Erlaubnis mit eigenen Regeln — die Bet-at-home.com Internet Limited hat sie nach den Angaben der Liste seit dem 28. Dezember 2022, die Sportingbet (Deutschland) Ltd seit dem 15. November 2022, die LVSports Limited seit dem 27. Februar 2023. Wo diese zweite Erlaubnis fehlt, fehlt das Angebot — nicht die Rechtsgrundlage für Wetten.

Eine Bewegung, die meistens in die entgegengesetzte Richtung geht: In Foren wird gern diskutiert, ob ein Sportwetten-Anbieter „auf jeden Fall seriös“ ist, weil er Automaten anbietet. Die beiden Erlaubnisse belegen gar nichts füreinander. Sie können bei einem Rechtsträger zusammenfallen, sie müssen nicht, und ihr Regelwerk überschneidet sich nicht.

Der deutsche Aufsichtsrahmen: fünf Jahre, die man nachzählen kann

Zuständige Stelle ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale), tätig auf Grundlage des Glücksspielstaatsvertrags 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021. Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis für die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet, sie untersagt unerlaubte Angebote, sie verhängt Bußgelder nach § 28a GlüStV. Die Steuer dagegen ist Sache des Finanzamts, nicht der Behörde.

Der Start ging über ein Gericht, nicht über ein Amt

Die ersten länderübergreifenden Erlaubnisse für Sportwetten konnten wegen laufender Gerichtsverfahren erst im Oktober 2020 vergeben werden. Die Rechtsgrundlage stand, das Verfahren stand im Weg. Aus dieser Zahl folgt ein Muster: Die deutschen Erlaubnisdaten liegen fast alle im Herbst und Winter der Jahre 2020 bis 2024, weil sich ein Stau entlud, nicht weil ein Markt planvoll ausgerollt worden wäre. Bet3000.de ist mit dem 22. April 2026 ein spätes Rad in dieser Entwicklung; für Winamax datiert das Regierungspräsidium Darmstadt die Sportwetten-Erlaubnis auf den 29. Juni 2021 und die Verlängerung auf den 8. Dezember 2022.

Wie viele Veranstalter es tatsächlich sind

Im Jahr 2024 hatten 32 Veranstalter eine Erlaubnis für die Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten, davon 13 für den stationären und den Internetvertrieb und 19 ausschließlich für das Internet. Nur 27 dieser Erlaubnisinhaber hatten ein aktives Angebot. Der Vertrieb lief online über 28 aktive Internetseiten und stationär über rund 2.300 Wettvermittlungsstellen; die rund 12.000 ODDSET-Annahmestellen verfügten für ihren Vertriebsweg über eine Übergangsregelung bis zum 30. Juni 2024.

Fünf Erlaubnisse ohne laufendes Angebot klingen nach einem Detail und sind eine Warnung. Eine Whitelist-Zeile garantiert dem Spieler nicht, dass die Seite gepflegt, der Support besetzt und die Auszahlung getestet ist. Sie garantiert nur, dass die Erlaubnis besteht. Wer heute mit einem Anbieter liebäugelt, den er vor drei Jahren zuletzt gesehen hat, prüft die Domain auf der Liste und prüft anschließend, ob die Seite steht.

Die Zahlen, die der Behörde wehtun

Nach Aussage der Behörde hatten im September 2026 insgesamt 129 Veranstalter und Vermittler eine Erlaubnis und standen auf der amtlichen Übersicht; erlaubt waren damit 229 Glücksspielseiten über alle Glücksspielarten hinweg, nicht nur Sportwetten. Ein beträchtlicher Teil dieser Seiten hat mit Wetten nichts zu tun.

Die Kanalisierungsquote von 77 % gehört in dieselbe Akte. Sie misst, wie viel des Glücksspielmarktes sich im erlaubten Teil abspielt; 23 % des Marktvolumens des Jahres 2024 entfielen laut der zugrunde liegenden Untersuchung auf unerlaubte Angebote. Anders gerechnet: Fast jeder vierte Euro wurde weiterhin an Veranstaltern ohne deutsche Erlaubnis gesetzt, obwohl seit 2021 ein Erlaubnisregime läuft. Wer diese Zahl zum Anlass nimmt, die Erlaubnisfrage für erledigt zu halten, hat die Richtung falsch gelesen.

Was passiert, wenn der Durchgriff gelingt

Die Zahl der Untersagungsverfahren der Behörde stieg von 68 im Jahr 2022 auf 287 im Jahr 2025. Im Jahr 2025 waren 1.843 illegale Websites infolge von Untersagungen oder Netzsperren aus Deutschland nicht mehr erreichbar. Dasselbe Instrument wirkt auf die Zahlungsströme: Erlaubnisverfahren, Zahlungssperren und Netzsperren stehen im Gesetz nebeneinander (§ 9 GlüStV).

Die Behörde nennt ihre Warnung lieber mit einem Namen als mit einer Statistik. Am 17. September 2026 warnte sie Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten „wie etwa Platincasino“. Eine Behördenseite, die eine Marke beim Namen nennt, ist die deutlichste Form von Verbraucherinformation, die es in diesem Markt gibt. Wer das für ein Gerücht hält, kann den Vorgang auf der Seite der Behörde nachlesen.

In welchen Fällen Gerichte den Einsatz zurückgeordert haben

Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verurteilt. Der Bundesgerichtshof legte dem Gerichtshof der Europäischen Union am 25. Juli 2024 die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht (Az. I ZR 90/23); der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück.

In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 hält Generalanwalt Nicholas Emiliou eine Verpflichtung unlizenzierter Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze grundsätzlich für möglich — mit einer Ausnahme: Behörden haben zugesichert, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ein Schlussantrag ist kein Urteil, und ein Urteil ist kein auszahlungsfähiges Konto. Wer meint, verlorene Einsätze bei einem Anbieter ohne Erlaubnis seien schon zurückverdient, plant mit Geld, das er nicht hat.

Was in Deutschland gewettet werden darf — und was nicht

Die Erlaubnis legt nicht nur fest, wer Wetten annimmt, sondern was überhaupt auf dem Wettschein stehen darf. Erlaubt sind Festquoten-Wetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts daraus sowie auf Ereignisse innerhalb einer Begegnung, als Einzelwette oder als Kombiwette (§ 21 Abs. 1 GlüStV) — und nur die Wettarten, die die Behörde im Sportwettprogramm zugelassen hat (§ 21 Abs. 5).

Live ist der sensibelste Teil. Während eines laufenden Ereignisses sind Wetten nach § 21 Abs. 4 nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche, seltene Komponente zulässig. Ein Tor ist selten, ein Satz ist selten, ein Punkt ist es nicht: Im Tennis ist die Wette auf den nächsten Satz möglich, das nächste Ass nicht; im Basketball das nächste Korb nicht, im Fußball der nächste Treffer schon. Wer aus einer Live-Oberfläche mit Dutzenden Ereignissen pro Minute das Gegenteil schließt, vergleicht zwei verschiedene Regime.

Nicht zulässig sind nach § 21 Abs. 1a Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind — nach der Praxis der Behörde zählt der Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport. Ebenfalls nicht zulässig sind manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung, und Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind es nicht. Zu E-Sport stellt die Behörde fest, dass eine Wettabgabe nicht möglich ist, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt wird; ein erlaubtes E-Sport-Wettangebot existiert in Deutschland nicht. Der Gewinn wird erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Einen gesetzlichen Höchsteinsatz pro Wette gibt es im Sportwettenbereich nicht.

Zurück kommt am Ende weniger, als die Einsätze hergeben. Die Veranstalter mit Erlaubnis erzielten 2024 Bruttospielerträge von 1.963 Mio. Euro, ein Plus von 12 % gegenüber dem Vorjahr, bei Wetteinsätzen von 8,2 Mrd. Euro nach 7,9 Mrd. Euro im Jahr 2023. Die durchschnittliche Auszahlungsquote lag bei 76 % — ein Zehn-Euro-Einsatz über alle Wetten hinweg zahlte also im Schnitt 7,60 Euro zurück. Ein Jahr zuvor waren es 78 %. Zwischen den Nullpunkt und einen Cent daraus zu rechnen, ist erlaubt; ein Gesetz dagegen steht nicht.

Im selben Jahr verteilten sich die Wetteinsätze so: 47 % Pre-Match, 53 % live. Auf den Fußball entfielen 78 % der Einsätze, auf Basketball 8 %, auf Tennis 5 %, auf Kombinationen verschiedener Sportarten 5 % und auf Eishockey 1 %. Die Kombiwette ist damit genauso groß wie Tennis — nicht die Nische, für die sie gehalten wird.

Der Quotenschlüssel des Marktes

Der Quotenschlüssel ist der Anteil aller Einsätze einer Partie, den die Quoten am Ende zurückzahlen. Er ergibt sich aus 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ) über alle Ausgänge eines Marktes; der Rest ist die Marge. Bei durchschnittlich 76 % Auszahlungsquote liegt der einbehaltene Anteil entsprechend höher als in Märkten, die mit vier oder fünf Prozent Marge beworben werden. Diesen Schlüssel veröffentlicht die Behörde für den ganzen Markt — für einzelne Partien tun das weder Behörde noch Anbieter.

Spielerschutz: die Regeln, die den Wettschein mitprüfen

Im GlüStV 2021 ist Spielerschutz kein Beiwerk, sondern eine der Voraussetzungen der Erlaubnis. Beim früheren Regime stand der Schutz tabellarisch neben einem zivilrechtlichen Legalitätsprinzip, das vor allem auf Nichtigkeit der Verträge setzte. Heute prüft die Behörde, ob ein Veranstalter die Instrumente tatsächlich betreibt. Für einen Spielenden sind vier davon konkret spürbar.

Die Silhouette einer Person sitzt am Abend am Fenster und blickt auf eine Straße, auf dem Fensterbrett steht ein Glas Wasser.
Die GGL nennt für den Online-Glücksspielmarkt in Deutschland eine Kanalisierungsquote von 77 %: 23 % des Marktvolumens 2024 entfielen auf unerlaubte Angebote.

Die Altersgrenze liegt bei 18 Jahren (§ 4 Abs. 3 GlüStV). Ein Konto pro Anbieter mit vollständiger Verifizierung der Person (§ 6a); vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden spielen lassen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Wer denkt, das sei eine Formalität, merkt spätestens beim ersten Auszahlungsversuch, dass es keine ist.

Ein Limit für alle Anbieter gleichzeitig

Das Einzahlungslimit beträgt nach § 6c Abs. 1 GlüStV standardmäßig 1.000 € pro Kalendermonat — und zwar über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Die 1.000 € sind damit keine Obergrenze pro Konto, sondern eine Obergrenze pro Person und Monat, egal über wie viele Anbieter sie sich verteilt.

Erhöhen lässt sich dieses Limit nur ausnahmsweise. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es vorsieht, kann für einen einzelnen Spieler ein höheres Limit bis 10.000 € setzen, zwischen 10.000 € und 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler — und nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Eine bloße Selbstauskunft genügt nicht. Ob und wie ein Veranstalter von dieser Möglichkeit Gebrauch macht, ist seine Sache. Die Senkung des Limits wirkt sofort, die Erhöhung erst nach 7 Tagen. Diese Wartezeit ist keine Bürokratie, sondern die Bremse: In der Nacht, in der jemand sein Limit verdreifachen will, hilft sie am meisten.

Parallelspiel ist nach § 6h GlüStV verboten und wird über die Aktivitätsdatei unterbunden. Für Einzelpersonen greift der Kontoschutz aus § 4c Abs. 3 GlüStV.

OASIS, Panikbutton, Spielpause

OASIS ist das bundesweite Sperrsystem (§§ 8 und 8a GlüStV). Wer sich dort einträgt, wird bei der Anmeldung und bei jedem Login geprüft und bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis abgewiesen. Die Sperre dauert mindestens drei Monate, wenn die betroffene Person eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 GlüStV löst unmittelbar eine Sperre von 24 Stunden aus.

Offshore-Angebote hängen an beidem nicht. Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis spielt, wird niemals gegen OASIS abgeglichen und zählt auch nicht in die LUGAS-Limitdatei hinein. Das Einzahlungslimit von 1.000 € gilt dort nicht, der Selbstausschluss dort nicht, der Panikbutton dort nicht. Diese Freiheit ist genau die Freiheit, bei der ein Label mit dem Wort „ohne Limits“ glänzt — und sie ist keine Leistung des Produkts, sondern eine Lücke im Rechtsschutz.

Zahlungen und Guthaben: die unterschätzten Paragrafen

Einzahlungen sind nach § 6b Abs. 4 GlüStV nur von einem Zahlungskonto möglich, das auf den Namen des Spielenden bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut lautet. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht zugelassen. Diese Vorschrift ist der eigentliche Mechanismus, der Krypto und anonymes Prepaid aus dem erlaubten deutschen Sportwettenmarkt heraushält: Nicht der Anbieter verweigert sie, das Gesetz sieht sie nicht vor. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, regelt er in seinen eigenen Bedingungen.

Spielerguthaben liegen auf einem treuhänderisch geführten, insolvenzgeschützten Konto. Wird das Konto geschlossen, ist das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen und ohne Gebühren auszuzahlen (§ 6b Abs. 6 und 7 GlüStV). Wer wissen will, wo sein Guthaben im Insolvenzfall steht — diese Frage ist geregelt, und zwar nicht durch die Kulanz des Anbieters.

Was der Spielerschutz nicht leistet

Er schützt, er gängelt nicht, und der Unterschied gehört in die Erwartung. Das Limit liegt bei 1.000 €, es ist also keine Grenze für Kleinstbeträge. Umgekehrt schützt es nur, wer sich selbst kennt. Wer sein Limit senkt und nach sieben Tagen wieder anhebt, hat keine Sicherung missbraucht, sondern die Wartezeit genutzt — genau dafür ist sie gebaut. Für alles darüber hinaus bleibt das Gespräch mit einer Suchtberatungsstelle; die Spielsucht-Hilfe der Länder ist telefonisch und online erreichbar, und sie ist unabhängig von jedem Werbeversprechen auf dieser Seite.

Was die ganze Warterei kostet: ein Rechenbeispiel

Jetzt zu der Rechnung, die auf keiner Bonusseite steht.

Der Weg dorthin in einem Satz: Pro 100 € Einsatz fließen bei diesen Quoten 95,24 € zurück, rund 4,76 € bleiben als Marge liegen — über 2.000 € Einsatz sind das etwa 95 €. Es bleiben also rund 90 bis 100 € bei einem Buchmacher; verteilt auf zwei Anbieter mit je 1.000 € Einsatz halbiert sich die Zeile, der Anteil bleibt.

Das Einzahlungslimit als Wetteinsatz zu lesen, ist ebenfalls ein Denkfehler. Es begrenzt, was ein Monatsticket kosten darf, nicht wie oft gerollt werden kann. Wer das Limit nutzt und jeden Samstag zumachen muss, hat volljährig gespielt; wer sich mehr vornimmt, braucht kein größeres Konto, sondern ein anderes Hobby. Und wer auf vier oder fünf Buchmacher ausweicht, verliert den Markt nicht, aber die Einzelwette wird kleiner: Das Limit teilt sich auf, die Marge nicht.

Eine Steuer, die selten dort steht, wo man sie sucht

Die Sportwettensteuer ist in den §§ 16 bis 25 RennwLottG geregelt und beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, die das Gesetz selbst so beschreibt: der gezahlte Einsatz abzüglich der Steuer. Auf das eingezahlte Geld gerechnet sind das rund 5,03 % (5,3 ÷ 105,3). Geschuldet wird sie nach § 19 RennwLottG vom Veranstalter der Wette, nicht von der Person, die sie abschließt.

Ob und wie ein Anbieter die Steuer an den Kunden weitergibt, entscheidet der Anbieter, und sein Vertragswerk ist die einzige Stelle, an der das belastbar steht. Zwei Fehler begegnet man hier regelmäßig: „5,3 % des Einsatzes“ heißt es in Foren — falsch, die Bemessungsgrundlage ist der Einsatz abzüglich der Steuer selbst. Und „meine Quoten sind brutto“ — richtig, aber die Steuer verschwindet dadurch nicht, sie verschiebt sich in die Quote. Sie gilt im Übrigen auch für Anbieter ohne Erlaubnis: Eine gezahlte Steuer ist kein Nachweis einer Erlaubnis. Eine belastbare Auskunft zur Besteuerung privater Wettgewinne gibt es an dieser Stelle nicht; dafür ist der Steuerberater die richtige Adresse.

Was im Jahr 2024 aus dem regulierten Glücksspielmarkt an Steuern zusammenkam, sind rund sieben Mrd. Euro, bei einem Marktvolumen von etwa 14,4 Mrd. Euro an Bruttospielerträgen. Anteilig sitzt der Sportwettenbereich mit 1.963 Mio. Euro Bruttospielertrag darin.

Wie wir vergleichen: das Bewertungsraster

Bevor die Namen kommen, das Raster. Es wird nicht verschwiegen, weil ein Vergleich ohne Kriterien keiner ist.

Geprüft wird zuerst, was sich nachprüfen lässt. Steht der Rechtsträger mit dieser Domain in der amtlichen Übersicht, und seit wann. Der Sportmarkt folgt an zweiter Stelle: Welche Sportarten und Ligen bedient der Anbieter, wie tief geht das Live-Programm, gibt es Funktionswetten wie Cash Out oder einen Bet Builder — und wo stößt das wegen § 21 Abs. 4 GlüStV an eine Wand. Der Preis kommt danach: Quoten, veröffentlichte Marge, klar lesbare Umsatzbedingungen für Boni und Freiwetten, Mindestquoten, Fristen und Kappen. Am Ende der Zahlungsteil — welche Wege zugelassen sind, welche nicht, wie schnell das Guthaben wieder auf dem Konto ist.

Gewichtung. Der Lizenzstatus wiegt schwerer als jede Einzelquote, weil er entscheidet, welches Recht überhaupt gilt. Rahmenbedingungen wie Limits, Zahlungssperren und das Verbot anonymer Zahlungsmittel sind für alle Anbieter gleich und taugen deshalb nicht als Unterscheidungsmerkmal — sie taugen nur als Filter, der unseriöse Angebote aussortiert. Das Produkt entscheidet den Rest.

Was dieses Raster bewusst nicht misst

Die Höhe des Willkommensbonus. Er steht in keiner Spalte, weil er allein keine Aussage liefert: Ein Betrag ohne Umsatzbedingung, Mindestquote und Frist ist eine Zahl mit einem Haken dahinter. Zweitens die Sportarten jenseits des Erlaubten — ein Anbieter mit perfektem Virtuelle-Automatenspiele-Angebot gewinnt dadurch keinen einzigen Vergleichspunkt, weil das eine andere Erlaubnis ist. Drittens die Optik. Ein hübsch animierter Wettschein ist kein Kriterium, und ein nüchterner Live-Ticker verliert dadurch keine Plätze.

panorami: die zehn Anbieter im Überblick

Die drei Spalten sind die Tatsachen, die sich überprüfen lassen, ohne ein Konto zu eröffnen.

Marke Whitelist-Status und Inhaber laut GGL-Übersicht Sportwetten-Erlaubnis seit Betrieb noch verifiziert am
Bet3000 Sportwetten-Erlaubnis für Bet3000.de; Inhaber I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026 08.10.2026
Winamax Sportwetten-Erlaubnis für Winamax; Inhaber WINAMAX SA 29.06.2021 08.10.2026
Tipico Sportwetten-Erlaubnis für Tipico; Inhaber Tipico Co. Limited 09.10.2020 08.10.2026
Sportingbet Sportwetten-Erlaubnis für Sportingbet; Inhaber Sportingbet (Deutschland) Ltd 09.10.2020 08.10.2026
Sportwetten.de Sportwetten-Erlaubnis für Sportwetten.de; Inhaber NetX Betting Limited 19.11.2020 08.10.2026
LeoVegas Sportwetten-Erlaubnis für LeoVegas; Inhaber LVSports Limited 21.10.2024 08.10.2026
AdmiralBet Sportwetten-Erlaubnis für AdmiralBet; Inhaber Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020 08.10.2026
bet-at-home Sportwetten-Erlaubnis für bet-at-home; Inhaber Bet-at-home.com Internet Ltd 02.11.2020 08.10.2026
Betano Sportwetten-Erlaubnis für Betano; Inhaber Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021 08.10.2026
NEO.bet Sportwetten-Erlaubnis für NEO.bet; Inhaber Greenvest Betting Limited 09.10.2020 08.10.2026

Die Spanne der Erlaubnisdaten ist der eigentliche Befund dieser Tafel, und sie ist irreführend, wenn man sie als Reihenfolge liest. Zwischen dem 22. April 2026 und den Erlaubnissen vom Herbst 2020 liegt die komplette Aufbauphase des Marktes. Ein Konto, das die Erlaubnis vor zweieinhalb Jahren bekommen hat, ist nicht das erfahrenere Produkt als ein Haus, das im Frühjahr 2026 dazukam. Das jüngere Datum kann ebenso gut eine neue Marke mit erwachsenem Apparat bedeuten. Die Erlaubnisnummer verrät weder Umsatz noch Reaktionszeit im Support.

Zu den Firmensitzen eine Bemerkung, die beim Lesen der Liste auffällt: Fast alle Inhaber sitzen auf Malta, und die Whitelist führt ausschließlich Punkt-DE-Domains. Der Firmensitz sagt nichts über die Erlaubnis aus, die Domain ohne Erlaubnis ebenso wenig. Zwei unabhängige Prüfungen bleiben jedem selbst überlassen.

Die zehn Anbieter im Einzelnen

Jeder Eintrag endet mit einem Urteil, und jedes Urteil beantwortet eine andere Frage. Der Vergleich beginnt mit dem jüngsten Erlaubnisdatum und hört mit einem der ältesten auf.

Bet3000 im Test: die späte Lizenz und das Darlehen

Die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema trägt die Erlaubnis für Bet3000, das Erstdatum ist der 22. April 2026. Damit steht Bet3000 in einer zweiten Welle von Erlaubnissen, nicht in der Aufbaurunde von 2020. Die Whitelist ist die einzige Quelle, die amtlich bestätigt, dass Bet3000.de Sportwetten anbieten darf. Eine zweite Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele erteilt die Liste dieser Marke nicht — wer mehr als Sportwetten sucht, wird bei einem anderen Anbieter fündig.

Ein spätes Erlaubnisdatum hat eine direkte Folge für den Status. Wer als Neukunde kommt, ist in der jüngsten Marke dieses Vergleichs unterwegs und trägt das Risiko, das jede junge Aufstellung mit sich bringt — nicht auf der Lizenzebene, sondern auf der des Betriebs. Obwohl die Whitelist die Erlaubnis bestätigt, sagt sie nichts über Supportzeiten und Auszahlungen. Was sie sagt, ist das Erstandard des Aushängeschilds, und mehr steht dort nicht.

Bemessen an ihrem Alter fällt die Marke in die dritte Reihe dieses Vergleichs. Ein Marktstart mitten im laufenden Wettjahr ist eine Investitionsentscheidung, keine Reifeprüfung. Wer die Wahl nach Produkttiefe und Historie trifft, findet hier das meiste Angebot, das er noch nicht kennt.

Winamax: die alte Erlaubnis und die stille Prüfung

Die WINAMAX SA ist bei Winamax nach dem eigenen Impressum von der zuständigen Behörde zugelassen; das Regierungspräsidium Darmstadt hat der Gesellschaft am 29. Juni 2021 eine Erlaubnis für Online-Sportwetten erteilt und sie mit Bescheid vom 8. Dezember 2022 verlängert. Beaufsichtigt wird das Unternehmen von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder.

Positive Folge: Winamax ist keine Eintagsfliege, sondern eine der wenigen Marken, die ihr eigenes Erlaubnisdatum veröffentlichen. Ein Anbieter, der sein Erlaubnisdatum nennt, legt sich auf eine Angabe fest, die eine zweite Institution jederzeit widerlegen könnte.

Die Kehrseite liegt auf einer anderen Ebene. Über Quoten, Zahlungswege und Bonuskonditionen für den deutschen Sportwettenmarkt steht in den zugänglichen eigenen Angaben zu wenig, um sie einer Marke zuordnen zu können. Wer sich für Winamax entscheidet, prüft diese Punkte im eigenen Sportwettprogramm. Sicher ist nur der Rahmen: das Einzahlungslimit von 1.000 € monatlich, die Zahlungsvorgaben nach § 6b Abs. 4 GlüStV, der Kontoschutz.

Tipico: die Verlängerung vom 9. Dezember 2022 — und der Fall, der dazugehört

Tipico tritt als Tipico Co. Limited mit einem Erstdatum vom 9. Oktober 2020 auf, gefolgt von einer Verlängerung am 9. Dezember 2022. Damit gehört die Marke zum Kreis der Veranstalter aus der ersten Welle. Wer eine etablierte Marke mit einer klaren neueren Erlaubnis sucht, wird hier nicht enttäuscht.

Die Verlängerung bestätigt die Erlaubnis auf Grundlage der neuen Anforderungen. Der Rahmen ist damit vollständig; eine zweite Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele führt die amtliche Übersicht für Tipico.de nicht.

Ein Hinweis, der bei keiner anderen Marke in dieser Liste steht: Tipico ist der Veranstalter, um den sich der Rechtsstreit dreht, den der Bundesgerichtshof im Juli 2024 dem Gerichtshof der Europäischen Union vorgelegt hat. Dabei geht es um Wetten aus den Jahren 2013 bis 2018 — also aus der Zeit vor dem heutigen Erlaubnisregime. Für einen Spieler heute ist das der wichtigste Punkt, den die Marke hat.

Sportingbet im Test: zwei Erlaubnisse, zwei Regelwerke

Die Sportingbet (Deutschland) Ltd nennt im eigenen Impressum eine behördliche Erlaubnis zum Veranstalten von Sportwetten vom 21. Dezember 2022 sowie eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele vom 15. November 2022; Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder. Das Erstandard für den Sport liegt auf der amtlichen Übersicht bei 9. Oktober 2020, die Verlängerung bei 21. Dezember 2022.

Die Kombination aus beiden Erlaubnissen bei demselben Rechtsträger ist keine Selbstverständlichkeit. Sie zeigt, dass dem Betreiber an einer erweiterten deutschen Präsenz liegt. Auch die Marke ist etabliert: Nach 2011 gab es eine Phase mit Sitz auf Zypern, die Marke wurde 2019 übernommen.

Die Grenze verläuft dort, wo die Sportwetten aufhören. Das virtuelle Automatenspiel hat eigene Regeln und eigene Aufsichtspraxis; ob es dem Spieler gefällt, entscheidet nichts über die Sportwetten. Für die Bewertung der Sportwetten bleibt festzuhalten: Ordnungsrahmen in Ordnung, Verlängerung 2022 vorhanden, weitere Angaben zu Quoten und Zahlungswegen führt das Impressum nicht. Wer diese vergleichen will, braucht das Sportwettprogramm.

Sportwetten.de: die Erlaubnis mit einem klaren Inhaber und einer eigenwilligen Marke

In der amtlichen Übersicht ist für Sportwetten.de die NetX Betting Limited mit Anschrift in Birkirkara geführt, das Erstandard liegt bei 19. November 2020, die Verlängerung bei 16. Dezember 2022. Der Markenname ist zugleich der Domainname; eine Unterscheidung zwischen Marke und Adresse ist hier nicht möglich, und deshalb schreibt man die Marke als Namen und nicht als Adresse.

Die Erlaubnis gibt es seit November 2020 und damit aus der ersten Verlängerungsrunde. Die Marke ist in Deutschland kein Neuling, was ein Vorteil ist, der auf einem Wettschein keine Rolle spielt, den aber viele Spieler bei der Wahl eines Kontos berücksichtigen.

Der Selbstbeschreibung nach ist der Anbieter auf Live-Wetten spezialisiert. Der Rahmen für Live ist nach § 21 Abs. 4 GlüStV in jedem Fall derselbe, unabhängig davon, wie viele Märkte der Anbieter anzeigt; die Zahl der Turniere und die Zahl der Länder, die er zeigt, dokumentiert niemand außer ihm selbst. Wer eine reine Live-Präferenz hat, muss sich mit dem eigenen Sportwettprogramm auseinandersetzen — und tut das besser vor der Registrierung.

LeoVegas: jung im Sport, alt im Automatenspiel — und was daraus folgt

Die LVSports Limited ist auf der Whitelist als Betreiberin für Leovegas.de geführt, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21. Oktober 2024 und einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 27. Februar 2023. Der Sporttitel ist damit der jüngste unter den ersten sechs Positionen dieses Vergleichs, älter als der von Bet3000, jünger als der von Betano.

Diese Reihenfolge sagt mehr über die Marke aus als ihr Erlaubnisdatum allein. Der Rechtsträger hatte zuerst eine Erlaubnis für das Automatenspiel und kam erst später zum Sport. Wer bei LeoVegas ein Konto eröffnet, ist also bei einem Anbieter, dessen Sportgeschäft jünger ist als sein Spielhallen-Geschäft. Das ist weder gut noch schlecht, aber es verschiebt die Erwartung: Die Marke bringt Erfahrung mit, die auf einem anderen Markt erworben wurde.

Die Grenze: Über deutsche Quoten, Zahlungswege und die Bonusbedingungen des Sportwettenbereichs ist dem eigenen Angebot nichts zu entnehmen. Wer ein Sportwettenkonto sucht und keine Live-Präferenz hat, kann LeoVegas anhand des breiteren Spielangebots vergleichen, nicht anhand der Sportwetten-Marge.

AdmiralBet: die Specher-Kolonne und die 29.07.2024-Erweiterung

Die Greentube Betting Malta Limited ist auf der amtlichen Übersicht als Betreiberin für Admiralbet.de geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnissen vom 13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024. Für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine Erlaubnis seit dem 28. September 2022.

Die Erlaubnis für die Automatenspiele läuft auf einer eigenen Subdomain, und darauf ist genau zu achten. Ob ein Anbieter die beiden Welten getrennt hält, ist eine Frage der Produktarchitektur — dass er beide betreiben darf, sagt nichts über die Sportwetten aus, und dass er das eine betreibt, macht das andere nicht besser oder schlechter.

Für die Sportwetten bleibt festzuhalten: das Erstandard aus der Aufbaurunde, eine Verlängerung nach der Neuregelung, eine weitere im Sommer 2024, und damit eine der vollständigsten Erlaubnislinien dieser Liste. Was die Marke für den Spieler bringt, hängt davon ab, welche der beiden Welten er sucht. Wer Sportwetten will, ist hier bei einem der klassischen Anbieter mit langer Kohorte; seine Auszahlungsquote und sein Margin bleiben dennoch unbekannt, bis er die eigenen Unterlagen liest.

bet-at-home: die 22.12.2022-Frist, für die das Unternehmen auffällt

Die Bet-at-home.com Internet Limited ist auf der Whitelist als Betreiberin für Bet-at-home.de geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 2. November 2020, einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022 und einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28. Dezember 2022. Der Anbieter ist damit einer der ersten gewesen, die eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele erhalten haben, obwohl die Marke vor allem für Sportwetten bekannt ist.

Die Erlaubnislinie zeigt, dass hier beide Märkte bewirtschaftet werden, und zwar von Anfang an. Der Nachweis ist erbracht: Erlaubnis und Verlängerung liegen vor und sind über die amtliche Übersicht zugänglich.

Bleibt das Sportgeschäft. Über deutsche Quoten und Zahlungswege ist aus den zugänglichen eigenen Unterlagen nichts Vergleichbares zu entnehmen; der Anbieter hat in der Vergangenheit mit Abmahnungen und Rechtsstreitigkeiten auf sich aufmerksam gemacht, was für die Bewertung der aktuellen Angebote nichts hergibt. Für ein Sportwettenkonto gibt es hier viele Stammdaten und wenige Anhaltspunkte zum Produkt.

Betano: die Erlaubnis aus Österreich, zusammengeführt mit einer Zypern-Marke

Die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan steht für Betano.de auf der Whitelist; das Erstandard liegt laut Liste bei 19. Februar 2021, die Verlängerung bei 16. Dezember 2022. Das deckt sich mit der Angabe, dass die Betkick Sportwettenservice, ein österreichisches Unternehmen im Besitz von Stoiximan, im Februar 2021 vom Regierungspräsidium Darmstadt ihre Erlaubnis erhalten hat.

Bemerkenswert ist hier die Konstellation: nicht ein deutscher Veranstalter mit einer ausländischen Niederlassung, sondern eine Gruppe mit mehreren Namen, die in Deutschland unter einer deutschen Domain auftritt. Wer diese Marke mit einer anderen vergleicht, vergleicht am Ende Gruppen, nicht Domains.

Ein weiterer Punkt, der in dieser Liste selten ist: Die Sportwetten-Erlaubnis ist älter als die von LeoVegas, teils durch die frühere Aufnahme in die erste Erlaubnisrunde, teils durch die frühere Verlängerung. Die Bewertung des Angebots selbst fällt kürzer aus — Quoten, Limits und Zahlungswege lassen die zugänglichen eigenen Informationen nicht zuordnen.

NEO.bet: die alte Erlaubnis, das junge Auftreten

Die Greenvest Betting Limited ist auf der Whitelist als Betreiberin für NEO.bet geführt, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022. Damit gehört NEO.bet trotz seines jungen Auftretens zu den ältesten Erlaubnisinhabern dieses Vergleichs.

Das ist eine der Konstellationen, bei der die Markenwahrnehmung und die Rechtslage auseinanderlaufen. Der Name ist neu, die Erlaubnis ist alt. Wer nur nach Namen sortiert, übersieht die Gruppe der Veranstalter, die die erste Runde mitgenommen haben und unter verschiedenen Marken auftreten.

Bleibt der zweite Teil. Über deutsche Quoten, Zahlungswege und Bonusbedingungen ist dem eigenen Angebot nichts zu entnehmen. Damit fällt NEO.bet in dieselbe Kategorie wie Winamax, Sportwetten.de und bet-at-home: Auf der Ebene des Rahmens geprüft, auf der Ebene des Produkts kein Vergleich möglich, ohne dort selber nachzusehen.

Wie die Reihenfolge zu lesen ist (und wie nicht)

Diese zehn Anbieter stehen in einer Reihenfolge, und die Reihenfolge ist nicht die Rangfolge. Sortiert wurde nach Erst-Erlaubnis, nicht nach Produkt. Wer die Liste als Empfehlung liest, verwechselt die eine Tatsache, die amtlich feststeht, mit einem Urteil, das sie gar nicht liefert.

Zwei Verschiebungen sind wichtig. Erstens: Der Unterschied zwischen den Erlaubnisdaten ist groß — zwischen dem 9. Oktober 2020 und dem 22. April 2026 liegt mehr als ein halbes Jahrzehnt. Zweitens: Wer zwischen dem ersten und dem letzten Rang schwankt, sollte auf das Merkmal achten, das nach dem Erlaubnisstand übrig bleibt: Welche Marke bewirtschaftet beide Märkte, welche nur den Sport, welche ist auf Live spezialisiert. Das sind die Unterschiede, die im Betrieb zu spüren sind.

Woran man einen Anbieter MIT deutscher Erlaubnis erkennt, ohne hineinzufallen

Fünf Dinge sind bei allen Whitelist-Anbietern gleich, weil das Gesetz sie so will: Einzahlungen nur von einem Konto im eigenen Namen, das monatliche Limit von 1.000 €, die Prüfung gegen OASIS, die Zahlung erst nach offiziellem Ende des Ereignisses, die Regeln für Live-Wetten nach § 21 Abs. 4 GlüStV. Wer ein Angebot findet, das sich davon löst, sieht kein besseres Produkt, sondern ein anderes Regime.

Daraus folgt für ein Ranking, was es leisten kann und was nicht. Die Whitelist beantwortet ausschließlich die Frage der Zulassung. Alles andere — Quotenschlüssel, Umsatzbedingungen eines Bonus, Limits, Zahlungswege, Bearbeitungszeiten einer Auszahlung — ist anbieterindividuell und nur in dessen eigenen Bedingungen nachprüfbar. Der beste Anbieter mit deutscher Erlaubnis ist deshalb der, dessen Zahlen zum eigenen Wettverhalten passen. Nicht der mit dem kürzesten Erlaubnisdatum, nicht der mit dem höchsten beworbenen Bonus, nicht der mit dem sichtbarsten Werbeetat.

Wofür die zehn Anbieter jeweils die richtige Antwort sind

Wer ein Konto für Fußball sucht, findet bei jedem dieser zehn Anbieter einen ordnungsgemäßen Rahmen; für die Wahl entscheidet dann, welche Sportwetten-Programme den Spielstil abdecken. 78 % der Wetteinsätze des Jahres 2024 entfielen auf Fußball, insgesamt 47 % auf Pre-Match- und 53 % auf Live-Wetten. Wer überwiegend vor dem Anpfiff setzt, braucht ein starkes Pre-Match-Programm — und das ist der unschärfste Teil des Vergleichs, weil kein Anbieter seine Programmstruktur nach einer gemeinsamen Skala veröffentlicht.

Wer live setzt, hat den kleineren Spielraum, aber den berechenbareren: Nach § 21 Abs. 4 GlüStV ist das Angebot im laufenden Spiel auf das Endergebnis und wenige seltene Ereignisse begrenzt. Ein Anbieter, der mehr anzeigt, verstößt gegen den Rahmen oder arbeitet ohne Erlaubnis. Das ist ein harter Test.

Wer Kombiwetten mag, ist mit dem Marktanteil dieser Wettart gut beraten, sie nicht zu unterschätzen: 5 % aller Einsätze entfielen 2024 auf sportartübergreifende Kombinationen. Die Kombiwette multipliziert die Quoten der Einzelwetten und vervielfacht zugleich die Marge, weil sich die Quotenschlüssel der einzelnen Märkte nicht aufheben — wer fünf Beine kombiniert, addiert nicht fünf kleine Margen, sondern multipliziert sie.

Wer ein kleines Budget hat, sollte die 1.000 € des Limits nicht als Maßstab lesen. Für 20 € im Monat ist das Limit irrelevant, und die Marge fällt prozentual genauso an wie bei einer großen Summe. Bei 20 €, die einmal auf eine Quote von 1,90 gesetzt werden, liegt der erwartete Verlust bei knapp einem Euro pro Monat. Er ist klein, aber er hat dieselbe Form.

Wer ohne Verifizierung spielen will, wird bei keinem dieser zehn Anbieter fündig. Die Prüfung der Person ist Teil des Erlaubnisrahmens und keine Eigenheit einzelner Häuser. Wer sie umgehen will, muss auf Anbieter ohne deutsche Erlaubnis ausweichen — und verliert damit OASIS, das Einzahlungslimit und den Rechtsschutz, um genau die Punkte, die ein deutsches Konto ausmachen.

Wo die Kanalisierung ihren Preis hat: die Anbieter ohne deutsche Erlaubnis

Das Recht ist hier eindeutig. Wer Menschen in Deutschland ohne deutsche Erlaubnis Sportwetten anbietet, veranstaltet unerlaubtes Glücksspiel im Sinne des § 4 Abs. 1 GlüStV. Eine Erlaubnis aus Curaçao, aus Anjouan oder aus Malta hat in Deutschland keine Bedeutung — keine dieser Jurisdiktionen erlaubt etwas, was das deutsche Recht verbietet, sie erlaubt es nur dort nicht. Die Behörde warnt Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Angeboten und nannte am 17. September 2026 eine Marke beim Namen.

Die Kanalisierungsquote von 77 % beschreibt genau dieses Spannungsfeld: 23 % des Marktvolumens des Jahres 2024 entfielen auf unerlaubte Angebote. Der Anteil ist über zwei Erhebungen hinweg gestiegen, und die Behörde hat ihre Praxis verschärft: 287 Untersagungsverfahren allein im Jahr 2025, 1.843 seitdem für deutsche Nutzer unerreichbare Seiten.

Ein Konto bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis bringt weder LUGAS noch OASIS mit. Das Einzahlungslimit von 1.000 € gilt nicht, der Selbstausschluss gilt nicht, der Panikbutton gilt nicht. Geld liegt nicht auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto, und die Zahlung kann nur von einem Konto im eigenen Namen erfolgen — das fällt ebenfalls weg, weil anonyme Zahlungsmittel hier in der Regel nicht geprüft werden. Was bleibt, ist Zivilrecht ohne Sitz im Lande, ein Support ohne deutsche Ansprechpartner und eine Erlaubnis, die in Deutschland keinerlei Wirkung entfaltet.

Das Strafrecht rahmt es, droht aber nicht jedem Einzelnen. Wer unerlaubt Glücksspiel veranstaltet, macht sich nach § 284 StGB strafbar und kann mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe rechnen, die Werbung dafür mit bis zu einem Jahr. Die Teilnahme an einem unerlaubten Glücksspiel ist nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bedroht. Ein Strafverfahren gegen einzelne Spielende ist nicht festzustellen — das ist weder ein Freibrief noch eine Drohkulisse, sondern die Auskunft, die sich belegen lässt.

Die zivilrechtliche Seite ist dagegen lebendig. Mehrere Gerichte haben Anbietern ohne deutsche Erlaubnis die Rückzahlung verlorener Einsätze aufgegeben, und die Frage liegt beim Gerichtshof der Europäischen Union. Ein Schlussantrag vom 19. März 2026 hält eine Rückzahlungspflicht grundsätzlich für möglich. Zugesagt ist niemandem eine Rückzahlung, und wer darauf wartet, wartet auf ein Verfahren, das nicht seinetwegen geführt wird.

Worin sich die zehn Anbieter am Ende unterscheiden

Die Whitelist sortiert zehn Veranstalter heraus, die einen Sportwetten-Titel haben, und niemand auf dieser Liste ist dem anderen auf der Ebene der Zulassung überlegen. Der Unterschied liegt darin, welche der beiden Erlaubnisse ein Rechtsträger hält, seit wann er sie hält und welches Spielerlebnis daraus folgt.

Und er liegt in dem, was keine Liste misst: dem Preis. Der einbehaltene Anteil steckt in jeder Quote, 24 Cent je Euro bei einer durchschnittlichen Auszahlungsquote von 76 %. Er ist damit die zweite Zahl, die ein Kontowähler berücksichtigen sollte — die erste ist, ob der Anbieter überhaupt eine deutsche Erlaubnis hat.

Am Ende bleibt eine Reihenfolge, die keine sein will. Wer zehn Anbieter auf ihre Erlaubnis prüft, findet überall dasselbe Ergebnis: Erlaubnis vorhanden. Womit er vergleicht, sind dann die Punkte, die diese Prüfung nicht auflöst — Programm, Quote, Zahlungsweg. Und weil die niemand für ihn ausmisst, bleibt es bei der Eigenverantwortung, die das deutsche Erlaubnisregime jedem Spielenden selbst überlässt.

Häufige Fragen zu Wettanbietern mit deutscher Erlaubnis

Wie prüfe ich selbst, ob ein Wettanbieter auf der Whitelist steht?

Auf der Website der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder liegt die Übersicht der erlaubten Anbieter offen. Zu suchen ist nicht der Markenname, sondern die Domain, also die Adresse hinter dem Angebot. Unter dem Eintrag steht der Rechtsträger mit Firmensitz, daneben die Erlaubnisdaten. Stimmt der Name nicht, steht der Anbieter dort nicht.

Was bedeuten die 1.000 € Einzahlungslimit und OASIS konkret?

Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat gilt nach § 6c Abs. 1 GlüStV über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. OASIS ist das bundesweite Sperrsystem: Wer sich dort einträgt, wird beim Login abgewiesen. Beides gilt nur bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis; offshore greift keines von beiden.

Warum nützt mir eine Lizenz aus Curaçao oder Anjouan in Deutschland nichts?

Weil eine Erlaubnis nur dort gilt, wo sie erteilt wurde. Wer in Deutschland ohne deutsche Erlaubnis Sportwetten anbietet, veranstaltet nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel. Ob die Marke irgendwo sonst zugelassen ist, ändert daran nichts. Zusätzlich fehlen das Einzahlungslimit, das Sperrsystem und der deutsche Rechtsschutz.

Wie hoch ist die Sportwettensteuer, und wer sie am Ende trägt?

Sie beträgt nach den §§ 17 und 18 RennwLottG 5,3 % der Bemessungsgrundlage, also des gezahlten Einsatzes abzüglich der Steuer; auf das eingezahlte Geld sind das rund 5,03 %. Geschuldet wird sie nach § 19 RennwLottG vom Veranstalter, nicht vom Spielenden. Ob und wie er sie weitergibt, steht in seinen Bedingungen.

Gilt die Sportwetten-Erlaubnis auch für Slots, Poker und Casinospiele?

Nein. Jede Glücksspielart braucht eine eigene Erlaubnis. Ein Rechtsträger kann beide Titel halten — bei bet-at-home und bei Sportingbet ist das der Fall —, aber eine Sportwetten-Erlaubnis legalisiert kein Automatenspiel. Umgekehrt sagt eine Casino-Erlaubnis nichts über die Qualität eines Sportwetten-Angebots aus.

Inhalt erstellt vom Team «Kombiwetten-Bonus»